Volkswirtschaftlicher Nutzen der Religionsausübung?

deutsch English français

"Der Gesundheitsminister warnt: Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit!" Statt dessen könnte aber auch auf den Zigarrettenpackung der Hinweis stehen: "Der Finanzminister warnt: Nichtrauchen gefährdet den Staatshaushalt!"

In der Tat, betrachtet man das Thema nüchtern, wird man feststellen, dass Raucher der Allgemeinheit nicht nur immense Kosten verursachen, sondern eben auch Nutzen bringen, denn sie zahlen Milliarden Tabaksteuern. Durch ihren früheren Tod entlasten Sie die Renten- und Sozialversicherungssysteme. Da Raucher häufiger als Nichtraucher unter Potenzstörungen leiden, zeugen / gebären sie weniger Kinder und leisten einen auch ökonomisch und ökologisch wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Überbevölkerung.

Nun, ich will das Thema "Rauchen" hier nicht weiter erörtern, aber es stellt sich eben doch ernsthaft die Frage, ob die Allgemeinheit unter dem Strich überhaupt einen volkswirtschaftlichen Schaden durch Raucher hat, möglicherweise ist sogar das Gegenteil der Fall...

Man muss eben immer beide Seiten der Medaille sehen, will man einen Sachverhalt gerecht beurteilen. So wenden nun einige Befürworter der staatlichen Kirchenfinanzierung auch ein, dass ein Teil der staatlichen Zuschüsse auch der Allgemeinheit wieder zu Gute kommt, da Religionsausübung den Gläubigen auch Geld kostet. Nun gut, Kosten müssten natürlich nicht zwangsläufig entstehen, weil man auch daheim allein im stillen Kämmerchen beten kann, aber normalerweise ist das schon der Fall.

Einige Beispiele:

1. Für die Fahrt mit dem Auto zur Kirche / Moschee / Synagoge fallen Kosten und damit Steuern an für Benzin, Autoreparaturen, Reifen etc.. Selbst Umweltaktivisten müssen Steuern zahlen für Fahrradkleidung, die Wartung und Abnutzung ihrer Fahrräder, von Radwegen etc.

2. Durch Renovierungsarbeiten an Sakralgebäuden erhalten einheimische Handwerker Aufträge (sofern sie kirchentreu sind) und sichern die Existenz ihrer Firmen.

3. Besucher von Kirchentagen geben Geld aus für Logis, Essen, Souvenirs etc.

4. Der milliardenschwere Propagandaapparat der Kirchen / Religionsgemeinschaften sichert die Existenz steuerzahlender Journalisten, Zeitungsverlagen, Druckereien, Logistikunternehmen etc.

5. Durch freiwillige aber auch unfreiwillige (z. B. Zivildienst) ehrenamtliche Arbeit im sozialen Bereich, der sich unter dem Diktat der Kirchen befindet, werden Milliardenbeträge eingespart.

6. Religiöse Veranstaltungen (Kirchentage etc.) oder religiöse Kultorte (Petersplatz in Rom, Kölner Dom, Mekka, Jerusalem etc.) sind ein Imagegewinn und Werbung für die jeweilige Region, die sich auch ökonomisch auswirkt.

 

So weit hört sich alles ja recht gut an, aber...

1. Wer mit dem Auto sonntags morgens nicht zum Sakralgebäude fährt, macht statt dessen einen Ausflug mit seiner Familie ins Grüne.

2. Krieg wäre eine noch bessere Beschäftigungsmassnahme für Handwerker und Architekten, die dann das kaputte Land wieder aufbauen müssten. Aber könnte man deswegen Krieg rechtfertigen???

3. Die Besucher der Kirchentage wären statt dessen vielleicht zum Fußballspiel oder zum Oktoberfest gefahren, Hauptsache irgendwohin, wo der größte Rummel ist.

4. In der Tat leben ganze Berufszweige von der kirchlichen Propaganda, aber natürlich auch von der Kirchenkritik. Dieser Punkt ist nicht zu wiederlegen.

5. Tatsächlich gelingt es den reichen Kirchen immer noch viele naive Menschen zu rekrutieren, für sie umsonst zu arbeiten. Ob angesichts der eskalierenden Massenarbeitslosigkeit ein volkswirtschaftlicher Gewinn dadurch entsteht, ist jedoch mehr als fragwürdig. Ehrenamtliches Arbeiten für kapitalistische Organisationen, wie etwa die Kirchen, ist höchst unsozial, denn es vernichtet regulär bezahlte Arbeitsplätze.

6. Es mag sein, dass die Bewohner Kölns stolz sind auf ihren Dom - was man eigentlich nicht sein kann, da der Dom mit Blutgeld finanziert wurde. Ist man sich dieser Tatsache aber erst einmal bewußt, wären derartige Sakraleinrichtungen eher eine Antiwerbung für die betreffende stadt.

 

FAZIT:
Letzten Endes kann jeder Euro nur einmal ausgegeben werden. Gelder. die zum Zwecke der Religionsausübung ausgegeben werden, fehlen später in anderen Bereichen. Einen volkswirtschaftlicher Nutzen der Relgionsausübung gibt es daher nicht. Aus diesem Grund hat sich bislang auch noch kein einziger Ökonom ernsthaft mit dieser Frage beschäftigt...