Eine multireligiöse Gesellschaft?
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Dekoration an einer Kirche in Mönchengladbach Rheindahlen

Vom Ideal der religionslosen Gesellschaft sind wir ja noch leider weit entfernt, auch wenn sich bereits die Mehrheit der Deutschen von der Religion zumindestens innerlich verabschiedet hat. Doch die alten Machtstrukturen der christlichen Kirchen sind bis heute unverändert erhalten geblieben, weil das unser "demokratischer" Staat so haben will.

Eine neue Herausforderung für die abgewirtschafteten christlichen Staatskirchen und die europäischen Staaten stellt nun der aufkommende Islam dar, der einen weiteren Anlauf macht, Europa beherrschen zu wollen.

Doch das Thema dieses Kapitel ist, ob eine religiöse Vielfalt oder eine religiöse Einheitsdiktatur - egal welcher Richtung - dem Aufbau einer freien Gesellschaft dienlicher ist.

Ja, Sie haben es richtig verstanden. Religion ist durchaus nützlich für den Aufbau einer liberalen und religionslosen Gesellschaft, denn wir müssen uns darüber bewußt sein, weshalb wir die Diktatur der Religionen brechen wollen. Die Existenz von Religion sollte uns motivieren, solche Probleme aktiv anzugehen und in Zukunft besser zu lösen.


Doch beschäftigen wir uns zunächst einmal mit der Geschichte:

Ein deutscher Soldatenfriedhof irgendwo in Rußland
 

Seit vielen Jahrhunderten wurde Europa von erbitterten Kriegen heimgesucht. Religion spielte dabei fast jedesmal eine Rolle. Den Soldaten wurde immer die Einkehr in das himmliche Paradies versprochen, wenn sie für das jeweilige Vaterland den Heldentod sterben sollten. Durch die indirekten Kriegsfolgen, Hungersnöte und sich anschließend verbreitende Seuchen, kamen dann noch etwa zehnmal mehr Menschen um´s Leben als durch die direkten Kriegshandlungen selbst.

Die katholische Kirche verbrannte etwa 50.000 Dissidenten auf dem Scheiterhaufen. Die letzte Hexenverbrennung fand in Deutschland ca. im Jahre 1783 statt, also etwa 20 Jahre vor der Säkularisation aus dem Jahre 1803, auf Grund derer der "Rechtsstaat" Bundesrepublik Deutschland heute immer noch die Gehälter von Bischöfen alimentiert. Es waren nicht noch mehr Opfer zu beklagen, da zu der damaligen Zeit die katholische Kirche noch nicht über die hochtechnisierte Tötungsmaschinerie der Nazis verfügte. In qualitativer Hinsicht gibt es jedoch keinen Unterschied.

Gewiß, auch solch harte Tatsachen muß man realistisch betrachten. Wenn es in unserer Geschichte niemals Kriege und Völkermorde gegeben hätte, wäre die Menschheit schon längst durch ihre eigene Überbevölkerung zu Grunde gegangen. So verlor Deutschland in Laufe des 12. Jahrhunderts durch Kriege, und daraus resultierenden Hungersnöten und Seuchen die Hälfte seiner Einwohner. Stellen Sie sich einmal vor, das wäre nicht passiert, dann hätte die Bundesrepublik heute ca. 180 Mio. Einwohner, darunter etwa 20 Mio. Arbeitslose, die Natur wäre vollends zerstört etc., soziale Unruhen bis hin zum Bürgerkrieg, ein wahres Horrorscenario.

Nun mag man einwenden, wenn es die Kirche nicht gegeben hätte, dann hätten sich die Menschen vielleicht schon früher um Geburtenkontrolle gekümmert, so dass es gar nicht erst zu einer Eskalation der Überbevölkerung gekommen wäre. In der Tat ist es auch nachgewiesen, das sich zum Beispiel bereits die Indianer um Empfängnisverhütung gekümmert hatten. Sie hatten bemerkt, dass die Frauen weniger Kinder bekommen, wenn sie die Blätter bestimmter Pflanzen kauten. Mit der indianischen Kultur ging es erst bergab, nachdem sie mit dem Christentum in Kontakt gekommen waren.

Nun gut, alle diese Fragen haben ja eigentlich nur einen theoretischen Wert, denn an der Geschichte läßt sich ohnehin nichts ändern. Doch die alte Feindschaft unter Brüdern zwischen dem Katholizismus und dem Protestantentum hat sich bis in die Neuzeit erhalten.

 

Die alte katholische Großmutter (Jahrgang 1886) zu meiner Mutter:

"Das ist eine sehr kluge und patente Frau, fleißig, ordentlich, kinderlieb. Wenn die bloß nur nicht evangelisch wäre..."

 

Der Papst sprach neulich der evangelischen Kirche ab, überhaupt eine "richtige Kirche" zu sein.

Ich will jetzt nicht darüber nachdenken, ob der Papst damit Recht hat...

In aktueller Erinnerung ist der Nordirland Konflikt, in dem sich bis vor kurzem Katholiken und Protestanten gegenseitig mit terroristischen Anschlägen bekämpften.

Die Christen sind sich also noch nicht einmal untereinander einig. Neulich mutmasste mal jemand, die katholische Kirche hätte damals eigentlich zu wenig Dissidenten auf dem Scheiterhaufen verbrannt, so hätten jene Wirrköpfe statt dessen nach Amerika auswandern können, wo sie heute ihr Unwesen treiben. Nun gut, diese Meinungsäußerung will ich mal so im Raume stehen lassen.

Neben den christlichen "Volks" - Kirchen gibt es auch noch jede Menge Abspaltungen:

 

 

 

Griechisch orthodoxe Kirche "Heiliger Dimitros" in Herten (Landkreis Recklinghausen)

 

 

 

 

Königsreichssaal der Zeuen Jehovas in Duisburg - Rheinhausen

 

 

 

 

 

 

Neuapostolische Kirche in Wanne - Eickel Holsterhausen

 

 

 

 

 

 

Evangleisch freikirchliche Gemeinde "Christuskirche" in Herne.

 
 

...daneben die nichtchristlichen Religionen:

Alte Synagoge in Essen

Ab ca. 1700 fanden mehr und mehr Juden Aufnahme im (für damalige Begriffe) liberalen Preußen. Der Umgang mit Juden war im Allgemeinen unproblematisch, da jene gern unter sich blieben, niemanden missionieren wollten, aber sich selbst von anderen auch nicht missionieren liessen.

Demonstration vermeintlicher oder echter Nazis gegen die Moschee in Duisburg - Marxloh und Gegendemonstration

Obgleich der Islam - ähnlich wie das Christentum - am liebsten den gesamten Rest der Menschheit mit seiner Religion beglücken möchte, bildeten sich auf einmal merkwürdige Koalitionen für die Islamisierung Europas. Von Christen, Sozialdemokraten, Gewerkschaftlern, Konservativen, sogar Liberalen, bis hin zu Kommunisten - alle haben einen gemeinsamen Feind entdeckt, den es zu bekämpfen gilt: Echte oder vermeintliche Nazis.


Ist das jetzt eine Tendenzwende?

Papst Benedict: "Wir Religionen müssen zusammenhalten!"
Der Düsseldorfer Imam protestierte gegen die Entfernung der Kruzifixe aus den Gerichtsälen.

...und nun bilden sich seltsame neue Koalitionen:

Aus Sicht des Islam ist diese Einstellung natürlich verständlich. Ein vorzeitiges Ende der ehemaligen großen christlichen Volkskirchen Europas läge nicht im Interesse des Islam, denn man hofft offensichtlich eines nicht zu fernen Tages billig die Konkursmasse des abgewirtschafteten Christentums übernehmen zu können.

Aber auch die christlichen Kirchen verhalten sich aus ihrer Sicht logisch, denn wollten sie den Wunsch des Islam nach Privilegien weiterhin in Abrede stellen, würden sie damit auch die Beibehaltung ihrer eigenen jahrhundertealten christlichen Privilegien nicht weiter legitimieren können. Um selbst überleben zu können, müssen die christlichen Kirchen also den Islam und andere tolerieren.

Doch wird diese Rechnung aufgehen? In Europa ist nun einmal kein Platz für zwei große Religionsgemeinschaften, die jede für sich alles bestimmen und beherrschen wollen und - zumindest mehr oder weniger insgeheim - den Alleinvertretungsanspruch erheben.

Eine friedliche Koexistenz von Christentum und Islam wird es daher auf Dauer auf keinen Fall geben, denn die Gemeinsamkeiten reichen nicht aus. Sobald die Macht der einen Religion deutlich größer wird als die der anderen, wird diese versuchen jene zu vernichten. Europa wird blutige Religionskriege wie im Mittelalter befürchten müssen, wenn wir die Religionsgemeinschaften nicht rechtzeitig in ihre Schranken verweisen.

Aber was soll´s, die Funktionäre der christlichen und islamischen Kirche lassen es eben darauf ankommen - zum Schaden aller.

 

 

 

 

Kritiker der Islamisierung werden kurzerhand zu Rassisten erklärt,

so einfach ist das nun einmal in Deutschland unserer Tage...

 

Ähnlich wie eine funktionsfähige multikulturelle Gesellschaft wenigstens eine Gemeinsamkeit für alle sozialen Gruppen braucht, müssen nun auch die verschiedenen Religionsgemeinschaften wenigstens eine Punkt entdecken, dem sie alle zustimmen können.

Doch welche Gemeinsamkeit sollte das sein? Patriotismus wie in der multikulturellen US - Gesellschaft? Wohl kaum, der hiesige Patriotismus reicht mal gerade eben für die Begeisterung für Fußball.

Aber man erinnere sich aber an den Zweiten Weltkrieg. Die Alliierten arbeiteten zusammen, solange sie einen gemeinsamen Feind hatten, die Achsenmächte. Da das nach dem Krieg nicht mehr der Fall war, bekämpften sich fortan die Alliierten gegenseitig. Aber im Falle der Kirchen muß es ja nicht so weit kommen, solange der gemeinsame Feind noch unbesiegt ist...

...ein gemeinsamer Feind muß her, damit eine multireligiöse Gesellschaft funktionieren kann!

Die Nazis taugen als gemeinsamer Feind nun wirklich nicht viel. Zunächst einmal sind die Nazis selbst religiös, also in keiner Weise als Feinde glaubwürdig. Die normalen Nazis sind vorwiegend christlich orientiert, während die Hardcore Fraktion eher den altgermanischen Religionen anhängt. Davon einmal abgesehen sind die Nazis keine gesellschaftlich relevante Gruppe. Sicherlich kann und wird sich das ändern, wenn weiterhin so heftig für jene Reklame gemacht wird.

Außerdem wäre es aus Sicht der Kirchen recht unklug, die Nazis allzu sehr zu verschrecken, denn man weiß ja nie... Vielleicht ist man ja eines Tages wieder auf sie angewiesen. Jedenfalls hatten die Nazis schon einmal gemeinsame Sache mit den Kirchen gemacht....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun ist guter Rat aber teuer...

 

Ja, jetzt sind wir an der Reihe. Der gemeinsame Feind der Religionen ist der Atheismus, den es mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt.

Ein besseres Kompliment könnten wir uns ja gar nicht wünschen. Da dieser Disput nicht mehr so wie früher auf dem Schlachtfeld ausgetragen wird - wir wollen es jedenfalls hoffen! - sondern in der öffentlichen Diskussion, können wir mit der allergrößten Freude einer multireligiösen Gesellschaft entgegensehen!