Menschenrechte / Freiheitsrechte - Abgrenzung und Definition
 

Menschenrechte Definition


 

Individuelle Menschenrechte

Zu den Menschenrechten gehören alle Rechte des Menschen, die für ihn existentiell notwendig sind. Diese Rechte sind von der Gesellschaft bzw. vom Staat abzusichern, wenn der Einzelne allein nicht dazu in der Lage ist. Das entbindet den Einzelnen jedoch nicht von seiner Eigenverantwortung, die in jedem Fall vorrangig ist.

* Das Recht auf menschenwürdiges Leben

* Das Recht auf Meinungsfreiheit / Redefreiheit

* Das Recht auf medizinische Versorgung

* Das Recht auf Nahrungsmittel

* Das Recht auf Kleidung

* Das Recht auf Wohnen

* Das Recht auf Bildung

* Das Recht auf Fortpflanzung - aber nicht auf Vermehrung!

* Das Recht auf angemessene Teilhabe am öffentlichen kulturellen Leben

* Das Recht auf Verbot von Zwangsarbeit

* Das Recht auf Wehr- , Kriegsdienstverweigerung

* Das Recht auf einen ordnungsgemäßen und fairen Prozess


 

Kollektive Menschenrechte

WICHTIG: Kollektive Menschenrechte sind den individuellen Menschenrechte übergeordnet!

* Das Recht auf Erhalt der Art, also die Pflicht jedes einzelnen Menschen, sich um Geburtenkontrolle zu kümmern

* Das Recht auf eine intakte Umwelt und Natur, Tierschutz.

* Das Recht auf Frieden und innere und äußere Sicherheit


Nicht zu den Menschenrechten gehören

* Das Recht seinen Wohnort frei auf der Welt wählen zu dürfen

* Das Recht beliebig viele Kinder zeugen bzw. empfangen zu dürfen

* Das Recht auf Arbeit

* Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Die sexuelle Ausrichtung eines Menschen, als Mann oder Frau geboren, hetero- oder homosexuell etc., wird durch die Zufälligkeit der Geburt bestimmt und entzieht sich der menschlichen Einflußnahme


Grenzwertige Menschenrechte

* Die Religionsfreiheit. Religion ist nicht existentiell wichtig, um ein erfülltes Leben führen zu können. Es würde ja auch niemand auf die Idee kommen, Kaffeesatzleserei als Menschenrecht einzustufen. Doch gehört die Religionsfreiheit in jedem Fall zumindest zu den Freiheitsrechten. Der Unterschied ist jedoch in der Praxis nicht sehr groß.
Jedoch muss alternativ auch die Einstufung der Religionsfreiheit als Menschenecht akzeptiert werden.


Abgrenzung von Menschenrechten zu Freiheitsrechten

Die Freiheitsrechte dienen nicht der unmittelbaren Sicherung des menschlichen Existenzminimus, sondern sie sollen darüber hinaus die Lebensqualität des Einzelnen verbesssern, was allerdings duchaus auch oft sehr wichtig ist. Solche Rechte sind nur bedingt oder auch gar nicht vom Staat bzw. der Gesellschaft abzusichern.


Freiheitsrechte Definition

Zu den Freiheitsrechten gehört:

* Das Recht ein privates Hobby ausüben zu dürfen (z. B. Religion, Esoterik. Briefmarkensammeln, Sport treiben, Motorrad fahren, Gitarre spielen etc.)

* Das Recht sich in Rahmen seiner Fähigkeiten ür einen bestimmten Beruf entscheiden zu dürfen

* Das Recht sich politisch, religiös oder im sozialen und kulturellen Bereich betätigen zu dürfen

* Das Recht über seine Lebensgestaltung und Lebensform frei bestimmen zu dürfen - insofern damit nicht Rechte Dritter verletzt werden

* Das Recht auf Selbstverwirklichung und dabei auch Handlungen vorzunehmen, mit denen man sich selbst - aber nicht dritten Personen! - Schaden zufügen kann, z. B. Rauchen, Extremsportarten, Konsum von Drogen

Der Unterschied zwischen Freiheitsrechten und den Menschenrechten

Es ist nicht die Aufgabe des Staates und der Gesellschaft in kollektiver Solidarität dem Betreffenden die Realisierung seiner gewünschten Freiheitsrechte zu ermöglichen. Zur Abdeckung der (finanziellen) Risiken seiner Aktivitäten hat der Betreffende selbst zu sorgen, z. B. durch den Abschluß spezieller Versicherungen. Die Realisation von Freiheitsrechten ist reine Privatangelegenheit.

Konkurrierende Menschenrechte

Ganz einfach ausgedrückt: Man muss, wenn man die Wahl zwischen zwei Übeln hat, das geringere der Übel in Kauf nehmen.

Beispiel: Stuft man die positive Religionsfreiheit - die Freiheit eine Religion ausüben zu dürfen - als Menschenrecht ein, muss man konsequent auch die negative Religionsfreiheit - die Freiheit keine Religion ausüben zu müssen - als Menschenrecht einstufen. Die negative Religionsfreiheit verbietet es dem Staat, Religionsausübung zu finanzieren. Ein Menschenrecht "positive Religionsfreiheit" würde aber den Staat verpflichten, mittellosen Personen finanziellen Beistand für die Befriedigung "religiöser Grundbedürfnisse" zu gewähren. Zur Lösung des Konfliktes wären die für den Bedürftigen zuständige Kirchengemeinde bzw. private Spender als Geldgeber heran zu ziehen - nicht aber die Allgemeinheit.

Weiteres Beispiel: Rettet man z. B. Kinder in der sog. Dritten Welt vor dem Verhungern, sichert man deren Recht auf Leben. Andererseits gefährdet man durch Unterbindung der natürlichen Auslese die Existenz den Erhalt der menschlichen Art. Letztgenanntes Menschenrecht ist übergeordnet. Lösung: Hilsmassnahmen, die zur Senkung der Kindersterblichkeit führen, müssen mit Projekten zur (notfalls auch zwangsweisen) Geburtenkontrolle gekoppelt werden.