Meinungsfreiheit in Deutschland
- persönliche Erfahrungen
deutsch English français

Meine alte Großmutter Josephine (Jahrgang 1886) hatte ein sehr einfaches Weltbild. Alles, was ihr nicht gefiel, war "Sünde". Wer sündigt, kommt in die Hölle. Sünde war verboten, warum, weshalb, wieso - egal, keine Diskussion möglich...

Nun, man mag einwenden, meine alte Großmutter war wohl schon ein wenig tüddellig, und so dachten die Menschen ihrer Generation nun einmal...

Heute sind wir ja zum Glück aufgeklärter und aufgeschlossener... Wirklich?

Nein. Das antiquierte Wort "Sünde" wurde lediglich durch "Rassismus", "Sexismus", "Antisemitismus", "Homophobie" etc. und - in harmloseren Fällen - durch "Vorurteil" ersetzt. Das sind die neuen Totschlag - "Argumente" mit der man jede Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Ursachen von Mißständen aus dem Wege gehen will. Wenn das noch immer nicht reicht, den Kritiker mundtot zu machen, wird jener zum "Nazi" erklärt. Als "Nazi" gilte man heute schon dann, wenn man mit seiner Meinung vom Mainstream zu sehr abweicht. Die richtigen Nazis können sich über so viel Gratisreklame nur freuen. Das ist ja auch der bequemere Weg - wenn wir uns damit mal nicht verrechnen...

 

<<< Großmutter Josephine, Aufnahme von ca. 1961

Ich fragte einmal meine Mutter, welche politische Einstellung mein Großvater Alfred (Jahrgang 1900, verstorben 1939) hatte. Mutter antwortete mir, sie wisse das nicht. Im Familienkreis wäre damals im Dritten Reich grundsätzlich nie über Politik gesprochen worden.
Die Eltern hatten Angst, dass ihre Kinder leichtfertig von ihnen gesprochene Worte nachher beim BDM / Hitlerjugend weiter erzählten.

Nun, in´s Konzentrationslager kommt man heute zwar nicht mehr, wenn man frei seine Meinung äußert. Allerdings muss man mit erheblichen anderweitigen Nachteilen rechnen, wenn man die Grenzen des von der Obrigkeit verordneten Mainstreams überschreitet: Verlust der beruflichen und privaten Existenz bis hin zur Inhhaftierung wegen sogenannter Volksverhetzung / Verhetzung.

Grundsätzlich hat sich nicht all zu viel geändert, nur, daß heute die perfide Verfolgung von Kritikern unter dem heuchlerischn Deckmantel eines angeblichen demokratischen Rechtstaates legitimiert werden soll.

<<< Großvater Alfred, Aufnahme ca. 1938

In den frühen 1960er Jahren spekulierte mein Vater darüber, dass er als städtischer Angestellter nicht schon eher befördert worden wäre, wenn er der in unserem Ort herrschenden Mehrheitspartei SPD angehören würde. Ein Verwandter von mir argewöhnte, dass man es sich als Schüler wohl nicht leisten könnte aus der Kirche auszutreten, wenn man ein anständiges Abiturzeugnis erhalten wollte. Pro forma sollte man wenigstens in der Kirche bleiben, ob man tatsächlich an den lieben Gott & Co. glaubt, interessiere ja ohnehin keinen. "Du musst dich anpassen, du darfst nicht ständig aus der Reihe tanzen", wie oft hörte ich solche Ermahnungen.

Die berühmt berüchtigten Berufsverbotskampagnen der 1970er Jahre folgten. Merkwürdig ist es natürlich schon, dass ausgerechnet die ehrlichen Menschen, die zu ihrer Meinung auch offen standen, zum Opfer der Hüter des vorgegebenen Mainstreames wurden. Wer auf Ehrlichkeit keinen Wert legte und legt, der konnte und kann sich immer erfolgreich ohne großen Aufwand durchmogeln. Doch dafür müssen wir alle einen hohen Preis zahlen.

EHRLICHKEIT IST UNERWÜNSCHT, UND DAS IST EIN ARMUTSZEUGNIS FÜR STAAT UND GESELLSCHAFT!

Wenn ich mich erfolglos um einen Arbeitsplatz oder um eine Wohnung beworben hätte, läge es wohl in meinem eigenen Interesse die wahren Gründe für die Ablehnung meiner Person zu erfahren. Doch wird der Arbeitgeber bzw. Vermieter sich tunlichst hüten mit ehrlich seine Beweggründe zu nennen. Er müsste ggf. mit einer Schadensersatzklage wegen Diskriminierung rechnen. In der Schweiz hätte er sich womöglich wegen des "Antirassismusgesetzes" sogar strafbar gemacht.

Verstehen Sie mich falsch, Rassismus und Diskriminierungen sind gewiß nichts Gutes, aber Gesetze sind untauglich, solche Probleme in den Griff zu bekommen. Darüber hinaus müsste man in jedem Einzelfall prüfen, ob diesbezügliche Vorwürfe tatsächlich begründet sind. Nicht selten wird der Vorwurf des Rassismus etc. nur vorgeschoben, um berechtigte Kritik abzuwehren.

 

Was mir selbst widerfahren ist...

Nun ja, ich hatte über meine Erlebnisse ja bereits ausführlich in meiner Website unsere-justiz.com berichtet. Ich hatte einen evangelische Pfarrer in der Öffentlichkeit (durch das erteilen von Flugblättern) beschuldigt, Steuern hinterzogen zu haben. Als Nachweis hatte ich zuvor der Steuerfahndung handschriftliche abgefasste Selbstbezichtungen des Pfarrers bzw. seines großen Bruders zukommen lassen. Zunächst drohte mir der Rechtsanwalt (erfolglos) mit der Einweisung in die Psychiatrie, um mich mundtot machen zu wollen. Gegen die einstweilige Verfügung zur Zensur meiner Publikationen legte ich Widerspruch ein. Das Zivilgericht äußerte keinerlei Zweifel am Wahrheitsgehalt meiner Angaben, aber es stufte den Pfarrer nicht "als Person des öffentlichen Lebens" ein und sah kein besonderes Informationsbedürfnis der Bevölkrung. Doch vorsichtshalber wurde ein ordnungsgemäßes Gerichtsprotokoll erst gar nicht angefertigt...

Selbstverständlich ist ein Pfarrer nicht gerade der Bundespräsident, aber im Umfeld seiner Gemeinde - und nur dort hatte ich berichtet - ist er durchaus eine allgemein bekannte Person, die oft in der Öffentlichkeit steht. Außerdem besteht ein besonderes öffentliches Interesse an meiner Information, da der Pfarrer eine Organisation vertritt, die seit 2000 Jahren die Bevölkerung ausbeutet.

Die Kirche sah sich bedroht "Herr Koßmann kann damit sehr viel Schaden anrichten...", wollte aber den nun endgültig missliebig gewordenen Pfarrer loswerden und versetzte ihn auf einen Abschiebeposten in eine andere Stadt.

Trotz alledem kam es gegen mich deswegen zu einer Gerichtsverhandlung wegen angeblicher Verleumdung. Mein Rechtsanwalt bekam kalte Füsse und drohte mir einen Tag vor der Hauptverhandlung sein Mandat zurückzugeben, wenn ich mich nicht fügen würde.

Die Kiche hatte offensichtlich eingesehen, dass ich im Recht wahr. Die Karriere des Pfarrers war beendet. Er scheiterte mit seiner Kandidatur zum Superintendenten kläglich. Bald wird er pensioniert, dann wird seine Kirche froh sein, dass sie ihn endgültig los ist. Aber statt den Schaden, den sie selbst mitverursacht hat, wieder gut zu machen, möchte die Kirche diesen Skandal am liebsten einfach aussitzen. Das ist die wohl beqeumste Lösung...

...und nun? Seit einigen Jahren herrscht zwar Frieden, oder sogen wir besser "Waffenstillstand", aber wie lange noch? Es tauchen neue und weitere Gegner der Meinungsfreiheit auf, es bleibt noch sehr viel zu tun...