Das Judentum
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Meine Großmutter Auguste und Mutter Ilse kauften früher in den 1920er und 1930er Jahren sehr gerne und häufig in dem Wanne - Eickeler Bekleidungsgschäft Nußbaum ein. Sowohl Großmutter als auch Mutter erzählten mir später sehr oft davon. Doch sagten sie niemals: "Wir haben beim Nußbaum dieses Kleid oder diesen Mantel gekauft." Nein, es war statt dessen immer nur vom "Juden Nußbaum" die Rede. Warum wurde immer betont, dass der Nußbaum ein Jude war? Großmutter Auguste interessierte sich weder für Politik und Religion, sie war schon 1924 aus der kath. Kirche ausgetreten. Mutter Ilse war damals noch ein Kind. Trotzdem wurde noch viele Jahrzehnte später jedesmal betont, dass dieser Nußaum ein Jude war.

Richtig, in dem kleinen Heimatdorf eines Vaters in Ostwestfalen (Stahle bei Höxter) betonte auch jeder, dass meine Mutter evangelisch war, denn das war schon etwas Besonderes in dieser erzkatholischen Gegend...

Offensichtlich ist es etwas "Besonderes" ein Jude zu sein. Warum wohl? Weil sie so exotisch sind / waren wie eine Protestantin in einem erzkatholischen Dorf? ...oder weil sie sich selbst für etwas "Besonderes" halten? Schließlich fühlten sie sich als ein von ihrem Gott auserwähltes Volk. Weil sich Juden erfolgreich den Missionsbemühungen von Christen & Co. widersetzten? Weil sie aber andererseits niemals versucht haben, den Rest der Menschheit mit ihrer obskuren Religion zu beglücken? All das wird in der Vergangenheit eine Rolle gespielt haben, doch das "Besondere" ist geblieben, obgleich die Mehrheit der Juden heute gar nicht mehr religiös ist. Wir werden sehen, dass uns das Judentum eine Menge Rätsel aufgeben wird...

 
 
Hier befand sich vor dem Kriege das Bekleidungsgeschäft Nußbaum in Wanne - Eickel, Glaspassage 5, heute Mozartstraße
Pariser Charme in Wanne - Eickel, lediglich das alte Glasdach ist nicht wieder aufgebaut worden
 

Ein problematisches Thema,
wir wissen eigentlich gar nicht genau, worüber wir sprechen sollen, denn der Begriff "Judentum" läßt sich nicht so leicht definieren. Bezeichnet der Begriff "Judentum" eine Religionsgemeinschaft, ein Volk oder gar eine eigene Menschenrasse? Oder sind die Juden in ihrer Gesamtheit eher so etwas ähnliches wie ein großer Verein - entschuldigen Sie bitte diese lapidare Formulierung - Gleichgesinnter, die gleiche Interessen religiöser, kultureller oder politischer Art haben? Eine befriedigende Antwort werden wir nicht finden können, weil sich die Juden untereinander selbst auch nicht darüber einig sind.

Eine gewisse Einigkeit besteht lediglich in der Frage, wie man Jude wird, nämlich entweder durch Geburt oder durch Konvertieren, also in etwa vergleichbar mit dem Islam. Doch kann man wohl nur zu einer Religionsgemeinschaft konvertieren, nicht aber zu einem Volk oder einer anderen sozialen Gruppe...

Die jüdische Religionsgemeinschaft
spielt in der jüdischen Identität heute keine ausschlaggebende Rolle mehr, wobei nur die amerikanischen und israelischen Juden eine Ausnahme machen. Die Mehrheit der in der Diaspora lebenden Juden ist heutzutage zu religiösen Fragen gleichermaßen desinteressiert oder gleichgültig eingestellt wie die nichtjüdische Bevölkerung. Viele Juden sind Atheisten, einige sind auch zu nichtjüdischen Religionen übergetreten. Nach Meinung der Traditionalisten wären das dann allerdings keine Juden mehr, wieder andere bestreiten das.
Dazu Michel Friedman: "Die Voraussetzung dafür, Jude zu sein, ist die Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft. Es handelt sich nicht um einen Kulturverein."
(Quelle: Spiegel - online 16.10.2000, Friedman war damals Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland)

Das jüdische Volk,
also das Volk Israel, existiert in der Tat. Aber wie verhält es sich mit den in der Diaspora lebenden Juden? Gehören die auch dazu? Wahrscheinlich ja, denn jeder Jude hat das Recht in Israel leben zu dürfen. Würde das nun bedeuten, die Juden aus ihren Heimatvölkern auszugrenzen? Vielleicht könnte man sich darauf verständigen, dass die in der Diaspora lebenden Juden zwei Völkern gleichzeitig angehören, dem jüdischen, dem amerikanischen, dem französischen, dem deutschen Volk etc.? Aber wie verhält es sich mit den Juden, die eine distanzierte Einstellung zu Israel haben, wären das dann keine Juden mehr?

Die Qualifizierung der Juden als eigene Menschenrasse
ist verpönt, weil die Nazis diese Theorie verfochten haben. Nun gut, wenn es Hühnerrassen und Hunderassen gibt, woran ja auch niemand Anstoß nimmt, warum sollte es dann keine Menschenrassen geben? Es gibt Stimmen, die leugnen, dass es überhaupt unterschiedliche Menschenrassen gibt, da wir ja alle irgendwie miteinander verwandt sind. Jeder von uns stammt schließlich von denselben Bakterien ab, die sich vor 3 1/2 Milliarden zufällig gebildet haben. Doch haben sich die Menschen seitdem unterschiedlich entwickelt, je nach dem in welcher Umgebung sie leben mußten. So sind Afrikaner groß und schlank und haben zum Schutz vor der UV Strahlung der Sonne eine dunkle Haut, während Eskimos eher klein und dicklicher sind, weil sie in ihrer kalten Umgebung die Wärmeverluste gering halten müssen. Ob wir nun die Existenz von Menschenrassen nun bejahen oder nicht, wir können uns damit trösten, dass sich die Rassen im Laufe der Zeit miteinander vermischt haben. Ähnlich wie bei den Hühnern und Hunden gibt es kaum "reinrassige" Menschen. Mit der Definition der Juden als Rasse kommen wir also auch nicht weiter...

Da bleibt nur noch die Definition "Verein"
übrig, die wohl den Kern der Sache am ehesten trifft. Der gemeinsame Respekt vor der jüdischen Tradition, der Geschichte und der Religion, der von allen "Vereinsmitglieder" wenigstens grundsätzlich mitgetragen werden kann, woraus sich ein zumindest zwangloses Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt.



Die Essener Synagoge, eröffnet im Jahre 1913, war eine der größten Synagogen des Deutschen Reiches. Sie wurde zwischenzeitlich restauriert und dient heute als Museum und Raum für Ausstellungen.

 

Wir müssen nun also die folgenden Punkte differenziert betrachten: Die jüdische Religion, die jüdische Kirche, das heterogene Judentum, der jüdische Staat Israel.


Die jüdische Religion
Die Sachaussagen der jüdischen Religion bezüglich der Gottesexistenz, der Entstehung des Lebens, dem Leben nach dem Tode etc. unterscheiden sich nur in für uns Außenstehende unwichtigen Details von denen des Christentums und Islam, jene stammen vom Judentum ab. Eine weitere Erörterung dieses Themas erübrigt sich daher.


Die jüdische Kirche
Der auffälligste Unterschied zu fast allen anderen Kirchen besteht darin, dass die jüdische Kirche nicht missioniert und damit niemals auch nur in Ansätzen versucht hat - anders als Christentum und Islam etwa - den Rest der Menschheit mit ihrer Religion zu beglücken. Leider kann man ein solches ansonsten sicher lobenswertes Verhalten nicht als Toleranz bewerten, denn die jüdische Kirche unterließ und unterläßt die Missionsarbeit, weil sie das Judentum für ein "von Gott auserwähltes Volk" hält, also für einen kleinen, elitären Kreis, der lieber unter sich bleiben soll. Da es in Wirklichkeit keinen Gott gibt, ist es klar, dass die jüdische Kirche das Judentum selbst zum auserwählten Volk gekürt hat. Dieses rassistische Element der jüdischen Religion ist der Keim des sog. Antisemtismus - oder besser gesagt des Antijudäismus -, der über Jahrhunderte, ja über Jahrtausende hinweg ständig zu neuen Pogromen und anderweitigen Auseinandersetzungen mit den "nicht von Gott Auserwählten" geführt hat.

In der Bundesrepublik hat neben den alten christliche Großkirchen auch die jüdische Kirche den Status einer Organisation des öffentlichen Rechtes, ist also auch de facto Staatskirche. Das bedeutet, dass auch die jüdische Kirche vom deutschen Staat finanziert wird. Daneben gibt es auch noch einen besonderen Schutz jüdischer Feiertage, während islamische und andere nichtchristliche Feiertage gar nicht geschützt sind.

 

Die neue Bochumer Synagoge, deren Baukosten 7 Mio. Euro betrugen, wurde jeweils zu einem Drittel vom Land Nordrhein - Westfalen, der Stadt Bochum und von steuerlich absetzbaren Spenden bzw. Eigenkapital der jüdischen Gemeinde Bochum und Umgebung bezahlt. Unter dem Strich wurde damit der deutsche Steuerzahler mit etwa 5,8 Millionen Euro für den Sakralbau zur Kasse gebeten...

Die berechtigte und notwendige Kritik an diesen Ausgaben wurde geflissentlich den Rechtsradikalen überlassen, wodurch zwangsläufig jene und der Neoantisemitismus gefördert wurden.

Der mögliche Einwand, die jüdische Kirche hätte eine Entschädigung verdient, weil während der Reichsprogromnacht 1938 die Synagogen von den Nazis zerstört wurden, ist nicht akzeptabel. Die jüdische Kirche hat sich - gleichermaßen wie die christliche, islamische und auch andere Kirchen - durch jahrhundertelange millionenfache Erpressung ihrer Gläubigen durch Drohung mit dem Teufel* und der ewigen Verdammnis etc. ihr gewaltiges Vermögen rechtswidrig verschafft. Daher darf sie - wie andere auch - für erlittene Schäden keine Kompensationen erhalten.

*Hinweis, bevor Beschwerden kommen: Anders als im Christentum und im Islam existiert im jüdischen Glauben der Teufel als Person nicht, da seine Aufgaben gewissermaßen von dem Judengott mit übernommen werden. In der Praxis läuft das allerdings auf das gleiche hinaus. Wenn Sie nähere Informationen wünschen, googlen Sie bitte "Teufel im Judentum."

 

Dieses Gebäude beweist allerdings andererseits auch, dass die jüdische Kirche vornehme Zurückhaltung pflegt und niemanden mit ihrer Religion provozieren will. Zunächst vermißt man die auffälligen als Phallussymbole geltenden Kirchtürme und Minarette der christlichen bzw. islamischen Kirche. Blickt man nicht genau hin, sieht man eigentlich nur einen relativ häßlichen Betonklotz, der gleichermaßen gut ein Fabrikgebäude repräsentieren könnte. Nur beim näheren Hinsehen entdeckt man in der Fassade die Judensterne.

Zwar provoziert die jüdische Kirche nach außen nicht, doch sieht es in ihrem Inneren weniger friedlich aus. Es wird immer noch die furchtbare Unsitte der Beschneidung von männlichen Kindern gepflegt, strenggläubige Juden essen nur das Fleisch geschächteter Tiere. Kindesmißhandlungen und Tierquälerei können nicht toleriert werden. Zur Ehrenrettung der Juden muß allerdings auch darauf hingewiesen werden, dass diese Praktiken auch selbst unter den Juden umstritten sind.

Ähnlich wie der Islam und das Christentum kennt auch die jüdische Kirche eine Zwangsmitgliedschaft. Besonders konservative und orthodoxe Juden sind erklärte Gegner der Geburtenkontrolle. Aber auch die jüdische Kirche ist heterogen, und ihre radikalen Kräfte sind gleichermaßen gefährlich wie die Fundamentalisten des Christentums und des Islam.

Der Duisburger Innenhafen gehört zu den teuersten und gefragtesten Wohngebieten der Stadt.
   

In der anderen Richtung sehen wir dieses merkwürdig futuristisch anmutendes Gebäude. Kein Hinweisschild, kein Wegweiser weist dem Reisenden den Weg. ...und warum parkt ständig ein Polizeiauto vor dem Gebäude? Was könnte sich dahinter verbergen?

Richtig. Die Duisburger Synagoge. 1999 erbaut für 9 Millionen Euro, finanziert wie üblich zu 5/6 mit dem Geld ehrlicher Steuerzahler.

...und nach zehn Jahren soll das Gebäude schon baufällig sein, und außerdem auch viel zu klein für die zwischenzeitlich stark gewachsene jüdische Gemeinde.

Also, auf ein Neues! Duisburg hat ja schließlich keine anderen Probleme...

Das heterogene Judentum als "jüdischer Kulturverein"
zeigt besonders starke Unterschiede im Verhalten zwischen säkularen (weltlichen) oder liberalen und religiösen Juden. Für weltliche Juden spielt ihre Identität als Juden sicherlich eine Rolle, jedoch ist es für sie keine Weltanschauung oder gar Religion, sondern eher nur ein Zufall ihrer Geburt. Sie lehnen die Überheblichkeit, einem auserwählten Volk anzugehören, ab und versuchen auch nicht aus der Tatsache, dass sie Juden sind, für sich Vorteile zu verschaffen. Im normalen gesellschaftlichen Umgang merkt man bei ihnen keinen Unterschied zu anderen liberalen religionslosen Menschen.

Eine wichtige Zwischenposition nehmen auch im Judentum die Agnostiker ein. Das sind Menschen, die sich nicht sicher sind, ob sie glauben sollen und woran sie glauben sollen, oder auch Menschen, denen Religion einfach nur unangenehm ist, und die sie deshalb am liebsten einfach ignorieren würden.

Daneben gibt es eine Vielzahl in der Regel religiöser Juden, die ihr Judentum für persönliche Vorteile ausnutzen wollen. Unter dem sicherlich berechtigten Hinweis, den Juden sei in der Vergangenheit viel Unrecht und Schaden zugefügt worden, verlangen sie für sich quasi Narrenfreiheit.

So sagte mir einmal eine Jüdin: "Wenn ich von der Polizei angehalten werde, weil ich zu schnell gefahren bin, dann lasse ich durchblicken, dass ich Jüdin bin, dann werde ich nicht bestraft." Ich habe lange über ihre Aussage nachgedacht. Es ist schlimm, dass sie solch eine Einstellung hat, aber warum erzählt sie das dann auch noch offen herum? Glaubt sie, sich damit Sympathien erwerben zu können?

Nun gut, ich will jetzt nicht behaupten, dass solch eine Einstellung representativ ist für religiöse Juden, die sich aber zumindest ihre Religionsausübung von der Allgemeinheit bezahlen lassen. Aber es gibt zweifellos auch sehr viele Juden, die sich grundsätzlich jede Form von Kritik verbitten, vor allem wenn sie von Deutschen ausgesprochen wird. Das bezieht sich dann besonders auf Kritik am Verhalten des Staates Israel. Anstatt sich mit der Kritik auseinanderzusetzen, werden die Kritiker dann leicht als Nazis diffamiert, denn das ist wohl die bequemere Lösung.


 

 

 

 

 

Linke Kritik am Staate Israel

 

 

<<< Wahlplakat der Marxistisch Lenistischen Partei Deutschlands

 

Dabei wird geflissentlich übersehen, dass die allermeisten Kritiker keine schlechten Absichten verfolgen, sondern - ganz im Gegenteil - Denkanstöße zu Reformen, die zukünftig ein harmonisches und friedliches Miteinander ermöglichen könnten, geben wollen. Konstruktive Kritik an Juden ist nach meiner Auffassung niemals judenfeindlich, ja noch nicht einmal antizionistisch motiviert. Der Zionismus ist an sich nicht ein schlechter Gedanke, sondern seine Umsetzung ist kritikwürdig.

Ziel unser allen Handels sollte es sein, zu einem normalen Verhältnis zwischen Juden und Nichtjuden zu kommen, bei dem die Vergangenheit keine Rolle mehr spielen darf. Zwar sollte man die Geschichte nicht vergessen, aber Geschichte ist nun einmal Geschichte und nicht die Gegenwart, geschweige denn Zukunft. Gegenseitige Schuldzuweisungen sind dabei wenig nützlich für einen konstruktiven Neuanfang.

 
An dieser Stelle stand bis zum Jahre 1938 die alte Synagoge in Herne, eine Gedenktafel weist darauf hin.
 

 

 

 

 

 

 

 

Neues Shoah Denkmal in Herne

Hinter den Glaskreisen sind die Namen der aus Herne und Wanne - Eickel stammenden Juden, die unter der Nazi - Gewaltherrschaft um´s Leben kamen verzeichnet.

Näheres zu diesem Thema finden Sie unter "Vergangenheitsbewältigung à la Bundesrepublik Deutschland" auf einer weiteren Unter - Site von proliberal.com.

 

 

 

 

 

Das neue Shoah Denkmal wurde zwischenzeitlich zum beliebten Angriffspunkt genervter Mitbürger, die den Schuldkult nicht mittragen wollen. Mit den ständigen Übertreibungen erreicht man nur das Gegenteil...

 

Die Zusammenarbeit zwischen Zionisten und Nazis in den 1930er Jahren


Das ursprüngliche Ziel der Nazis war, die Juden aus Deutschland und dem deutschen Einflußgebiet zu vertreiben. Zu einem organisierten Völkermord kam es erst dann, als die Nazis merkten, dass sie den zweiten Weltkrieg nicht mehr gewinnen konnten und somit die Vertreibung der Juden nicht mehr umsetzbar war.

Die Zionisten brauchten aber eine ausreichende Zahl auswanderungswilliger Juden, denn ansonsten wäre eine Gründung des Staates Israels nicht möglich gewesen. Nun gab es allerdings nicht genug Juden, die dazu bereits gewesen wären freiwillig Europa (und vielleicht auch Amerika) zu verlassen. Warum auch? Schließlich kann man in Europa und Amerika besser leben als in Palästina. Vor allem liberale, säkulare Juden können sich selbst heute mit dem religiös dominierten Israel nur wenig identifizieren. Daher kam den Zionisten der in Deutschland seit Beginn der 1930er Jahre aufkommender Antisemitismus gerade recht, so zynisch das jetzt auch klingen mag. Die einsetzenden Schikanen gegen die Juden überzeugten jene immer mehr, dass sie nicht Teil der deutschen Gesellschaft sind.

Juden, die freiwillig nach Palästina - nicht aber in einen Drittstaat! - auswanderten, erhielten vom Reich eine finanzielle Unterstützung. Die Zionisten legten dabei Wert auf die bevorzugte Auswanderung von jüngeren, (wirtschaftlich) leistungsfähigen Juden, da die Älteren wohl eher als nutzloser Ballast angesehen wurden. In dieser rassistischen Grundausrichtung ihrer Ideologien waren - und sind! - sich Nazismus und Zionismus zumindest sehr ähnlich, beide betrachten ihre Folgschaft als Herrenvolk oder Herrenrasse, die der jeweils anderen überlegen ist.

Allein dieses Konkurrenzdenken machte eine längerfristige Zusammenarbeit zwischen Nazis und Zionisten nicht möglich. Zum Glück ist das so, können wir sagen, denn die Folgen wären ansonsten verheerend gewesen. Man stelle sich nur einmal vor, was alles passiert wäre, wenn die USA auf Seite Nazi Deutschlands in den Zweiten Weltkrieg eingetreten wären...


...aber ist diese ganze Geschichte überhaupt glaubwürdig? Die Nazis machten - wahrscheinlich nicht so ganz zu Unrecht - die Zionisten für den verlorenen ersten Weltkrieg verantwortlich. Sollten die Nazis etwa aus Dank dafür, den Zionisten beim Aufbau ihres eigenen Staates behilflich sein? Wie ist das mit dem Judenhaß der Nazis vereinbar?

Wahrscheinlich haben die Nazis den Sachverhalt pragmatisch gesehen. Die Nazis hätten es sich unter normalen Bedingungen nicht leisten können, einen Völkermord zu begehen, gegen wen auch immer. Wie bereits erwähnt, erst als die Nazis merkten, dass sie den Krieg nicht mehr gewinnen konnten, entschlossen sie sich dazu. Auch die Juden selbst rechneten nicht damit, denn sonst hätten sie das Deutsche Reich rechtzeitig verlassen, was ja bis Mitte 1940 völlig legal möglich war. Durch die Förderung ihrer Auswanderung hätten die Nazis die Juden auf elegante Weise loswerden können. Das Deutsche Reich hätte wirtschaftlich und auch technologisch gut vom neu zu gründenden Staat Israel profitieren können. An ein Verschwinden des Judentums hätten die Nazis kein Interesse haben können, vielleicht auch um am jüdischen Know - How für den Bau von Atombomben profitieren zu können. Umgekehrt hätten auch die Zionisten nicht daran gedacht, selbst einen Völkermord gegen Nichtjuden zu begehen, denn wenn es überhaupt keine Nichtjuden mehr geben würde, müsste man selbst die Dreckarbeit machen. Die einzige Existenzberechtigung von Nichtjuden bestehe darin, den Juden dienen zu dürfen und von jenen in die Sklaverei überführt zu werden, was man im Talumd nachlesen kann. "Die Kuh, die man melken will, darf man nicht schlachten", sagt ein altes deutsches Sprichwort.

Der Staat Israel

Grundsätzlich hat jedes Volk der Welt ein Recht auf einen eigenen Staat und das Recht über sein Schicksal selbst zu bestimmen. Das gilt selbstverständlich auch für das jüdische Volk. Die Frage ist jedoch, wie man dieses selbstverständliche Recht umsetzt ohne dabei die Rechte anderer Völker zu beeinträchtigen. Bei des eskalierenden Überbevölkerung der Erde stellt sich heute diese Frage dringender denn je.

Doch im Jahre 1948 bei der Gründung des Staates Israel gab es weniger als halb so viel Menschen als heute auf der Welt. Mit etwas guten Willen wäre es damals sicher möglich gewesen, eine Lösung für den neu zu schaffenden Staat Isreal zu finden, die es jenem ermöglicht hätte von Anfang an in Frieden mit seinen Nachbarn leben zu können.

Offen gesagt, wenn ich Jude wäre, würde ich mir wünschen, dass mein Volk und ich in Ruhe und Frieden leben könnten, aber das müßte nicht ausgerechnet da sein, wo meine Vorfahren vor 2000 Jahren gewohnt haben. Wer will das denn eigentlich so genau tatsächlich wissen? Das Britische Empire war damals noch riesengroß, und mit etwas gutem Willen hätte man bestimmt einen Ort finden können, an dem die Juden ihren Staat hätten gründen ohne in die Rechte anderer Völker eingreifen zu müssen. Zumindest hätten sich aber die Juden von Anfang an mit den arabischen Einwohnern Palästinas friedlich und einvernehmlich über die Staatsgründung Israels einigen müssen. Gegebenenfalls hätten die Juden den Palästinensern Entschädigung für ihr Land zahlen sollen, was zudem unter dem Strich immer noch billiger gekommen wäre, als seit über 60 Jahren Krieg zu führen.

Doch leider wurde 1948 dieses Chance vertan. Sicherlich, die Juden standen damals noch unter dem Schock des erst kurz zuvor beendeten Nazi - Völkermordes, dem sie zum Opfer gefallen waren. Daher wollten sie so schnell wie möglich eine Lösung, die ihnen Schutz verspricht, dass sich solche Ereignisse niemals wiederholen werden. Doch der Erfolg ist fraglich, denn das Ansehen Isreals ist in der Welt - formulieren wir es einmal so - recht umstritten. Da der aufgeblähte Militärhaushalt Unsummen verschlingt, wäre Israel ohne ausländische Hilfe, vor allem aus den USA, überhaupt nicht lebensfähig. Das ist keine gesunde Existenzgrundlage für ein modernes Industrieland.

Erschwerend kommt hinzu, dass Israel ein enorm hohes Bevölkerungswachstum, vergleichbar mit einem Entwicklungsland, aufzuweisen hat, derzeit etwa 2,4 % p. a.. Die eskalierende Überbevölkerung Palästinas schürt zudem das Gewaltpotential der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung. Dazu kommen immense wirtschaftliche Probleme. So kann man nicht zu einer friedlichen Lösung kommen.

Linke Kritiker sehen im Staat Israel das letzte Bollwerk des Kolonialismus und Imperialismus, der das Land der Araber fremdbestimmt hatte ohne dabei Rücksicht auf die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung genommen zu haben.

Die israelische Atomrüstung bedroht zudem die Sicherheit nicht nur der Region im Nahen Osten, sondern auch Europa, da ein möglicher Atomkrieg nicht regional begrenzt werden könnte. Zudem hat Israel damit eine gefährliche Spirale der atomaren Aufrüstung dieser konfliktbelasteten Region in Gang gesetzt. Solange Israel nicht auf seine Atomwaffen verzichtet, wird man z. B. dem Iran das Recht auf eigene Atomwaffen nicht absprechen können. Dabei machte die Atomrüstung selbst aus israelischer Sicht keinen Sinn, denn Israel könnte sich nur zum Preis seiner eigenen Selbstvernichtung mit Atomwaffen "verteidigen".

Toleranz muß Grenzen haben, und diese Grenzen werden überschritten, wenn ein Land seine Nachbarn mit Atomwaffen bedroht, wofür es keine "edle" Motive geben kann. Zudem ist Israel auch von seiner inneren Struktur her kaum besser als seine benachbarten arabischen Staaten. Israel ist ein reaktionärer Kirchenstaat, der das gesamte Leben seiner Bevölkerung reglementiert, angefangen von der dreijährigen Wehrpflicht für Männer und Frauen bis hin zu einer streng religiösen Ordnung. Für liberale Juden ist es nicht zumutbar, in Israel leben zu sollen.

Warum sich die USA so sehr für Israel engagieren?

Der Unterschied der Einstellung der europäischen Staaten, denen man eher eine distanziertere Solidarität gegenüber Israel nachsagen kann, zu den USA ist schon auffällig. Man mag das pragmatisch sehen, denn arabisches Öl ist für uns nun einmal wichtiger als israelische Apfelsinen. Andererseits sind wir Europäer auch geographisch näher am Konfliktherd Naher Osten und damit stärker betroffen.

Eigentlich müssten die Amerikaner die Zionisten hassen wie die Pest, denn die Zionisten haben sehr wahrscheinlich zweimal im letzten Jahrhundert die USA in einen Weltkrieg geführt, der vielen anständigen Menschen das Leben gekostet hat.

Die möglichen Gründe für das Engagement der USA für Israel:

* Die USA wollten die Juden selbst loswerden und unterstützen deshalb den Staat Israel. Falls Israel untergehen sollte, würden die meisten Israelis in die USA auswandern.

* Die Juden haben in den USA überproportional großen Einfluß auf politische und wirtschafliche Entscheidungen.

* Viele religiöse Amerikaner würden sich für ihre laizistischen USA ein ähnlich theokratisches System wie in Israel wünschen und sehen daher gewissermaßen Israel als Vorbild an.

Auffallend ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass in der Anfangszeit auch die alte Sowjetunion eine recht pro - israelische Einstellung vertrat, in der zunächst nicht ganz unbegründeten Hoffnung, dass sich in Israel ein sozialistisches Wirtschafts- und Gesellschaftssystem etablieren könnte. In der Tat gab es in Israel vielfach Organisationen, die mit den alten LPGs der DDR (Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften) in etwa vergleichbar waren. Doch diese Hoffnungen zerschlugen sich schon nach einigen Jahren, denn der Idealismus der ersten zionistischen Siedler konnte sich nicht durchsetzen.

Wie könnte eine vernünftige Lösung für die Zukunft aussehen?

Ich denke, dass kein Weg daran vorbei führen wird, Palästina wieder an seine rechtmäßigen Eigentümer zurück zu geben und den Staat Israel an anderer Stelle neu zu gründen. Das wäre zwar heute schwieriger und erheblich teurer zu bewerkstelligen als im Jahre 1948, aber letzten Endes führt kein Weg daran vorbei, wenn wir endlich Frieden im Nahen Osten haben wollen.

Israel muß lernen, Rücksicht auf seine Nachbarn und den Rest der Menschheit nehmen zu müssen und den echten Willen zeigen, sich in die Reihe der friedliebenden Länder einreihen zu wollen.

Die Stadt Jerusalem müßte ein eigener Freistaat werden mit garantierten Zugang für alle Christen, Moslems und Juden, die dort ihre religiösen Kulthandlungen verrichten möchten. So könnte die Stadt der Konflikte zu einem Ort des gegenseitigen Begegnens und des religiösen Friedens werden. Alternativ bietet sich natürlich auch die Möglichkeit an, Jesrusalem zu evakuieren und anschließend zu zerstören. Jerusalem soll entweder allen gehören oder niemanden.

Für das deutsch israelische Verhältnis wünsche ich mir eine Normalisierung der Beziehungen, wie sie vor 1933 bestanden haben. Der jüdischen Kirche in der Bundesrepublik muß der Status einer Organisation des öffentlichen Rechtes und die steuerliche Gemeinnützigkeit - so wie allen anderen Kirchen auch - aberkannt werden, die Wiedergutmachungszahlungen sollten so bald wie möglich eingestellt werden.

Bei Umsetzung dieser Vorschläge würden Antisemistismus und Antizionismus schon bald keine Rolle mehr spielen.