Forderung nach Gleichbehandlung der Kirchen und Religionsgemeinschaften mit Nachfolgeorganisationen der NSDAP
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Über die "Kriminalgeschichte des Christentums" wurden schon viele dicke Bücher geschrieben. Das Grundsätzliche dieser Kritik ist ohnehin allgemein bekannt, eine Wiederholung kann ich mir daher hier ersparen. Aber auch mit den Aussagen des Koran und Talmud lassen sich Menschenrechtsverletzungen jeglicher Couleur, Kriege und Völkermorde legitimieren - und das nicht nur in der Theorie.

Nun wenden viele Menschen ein, man müsse die Religionen heute doch sehr viel differenzierter betrachten. In der Tat sind die meisten Religionen heute recht heterogen, vom "liberalen" Flügel, der seine eigene Religion schon lange nicht mehr ernst nimmt, bis hin zu den Hardlinern, die sogar bereit wären als Gotteskrieger in den Heiligen Krieg zu ziehen und für ihre Religion zu sterben. Doch kann es nicht die Aufgabe Außerstehender oder gar eines neutralen Staates sein, Ordnung in das ideologische Chaos der verschiedenen Religionsgesellschaften zu bringen. Dafür sind die Anhänger der jeweiligen Religion einzig und allein selbst verantwortlich. Wenn sie sich dieser Verantwortung nicht stellen, nicht stellen wollen oder nicht stellen können, haben sie für den Schaden, den ihre fundamentalistischen Glaubensbrüder anrichten, mit einzustehen.

Doch unsere weltliche Obrigkeit verfolgt trotz dieser Erkenntnisse weiter die Politik der Verharmlosung. Sicherlich wird zur Kenntnis genommen, dass viele Christen, Moslems und Juden auch heute noch im Namen ihrer Religion nicht davor zurückschrecken Straftaten zu begehen und Menschenrechte zu verletzen, von den Tierrechten ganz zu schweigen. Aber das wären ja nur die Missetaten und das Versagen einiger weniger Einzelner, einen Rückschluß auf die Gesamtorganisation dürfe man deswegen nicht ziehen. Schließlich würden ja auch Anhänger der biederen CDU/CSU, SPD etc. hin und wieder Straftaten begehen... Das läge nun mal in der menschlichen Natur und wäre quasi unvermeidlich.

Die allermeisten Christen, Moslems und religiöse Juden wären ja eigentlich recht liebe und nette Menschen, die nur glücklich und in Frieden mit ihren Nachbarn leben wollten. Deswegen müsse man ihnen auch das Leben so angenehm wie möglich machen, ihnen prächtige Kirchen, Moscheen und Synagogen bauen, ihren Klerus mit dem Geld ehrlicher Steuerzahler entlohnen, sie hoffieren, damit sie glücklich und zufrieden sind und nicht gegen die Obrigkeit aufbegehren. Die neueste Domestizierungsmaßnahme dieser Art ist die Einführung des staatsfinanzierten und staatlich kontrollierten Islamunterrichts an den Nordrheinwestfälischen Schulen.

Die Untaten der Nazis sind ebenso eine historische Tatsache, die keiner weiteren detaillierten Schilderung mehr bedarf. Doch hier wurden Konsequenzen gezogen. Die SRP, die "Sozialistische Reichspartei", die Nachfolgepartei der NSDAP erreichte bei den ersten demokratischen Landtagswahlen 1951 in Niedersachsen immerhin 11 % der Wählerstimmen und 16 Mandate im Parlament. Das stützt die Annahme, dass Adolf Hitler auch nach heutigem Standard demokratische Wahlen hätte gewinnen können, hätte es zu seiner Zeit solche gegeben. Eine demokratisch legitimierte neue Nazi Partei war für die junge Bundesrepublik Deutschland untragbar, die SRP wurde daraufhin verboten. Diese damalige Entscheidung ist aus heutiger Sicht sicherlich verständlich, man wollte eben kein Risiko für den wirtschaftlichen Wiederaufbau eingehen und scheute Konflikte mit den alliierten Siegermächten.

Doch Konsequenzen gegen die Kirchen blieben aus, die bereits seit 2000 Jahren selbst Kriege geführt hatten und Pogrome gegen Juden, Homosexuelle und andere mißliebige Personen durchsetzten. Schon vor 500 Jahren forderte Martin Luther den Völkermord an den Juden, der dann im Dritten Reich Realität werden sollte, wenn sich die Juden weiterhin dem Beitritt zum Christentum widersetzen sollten. Doch Martin Luther wird bis heute als großer Deutscher verehrt, sogar in der DDR war das so. Wo bleiben da Gerechtigkeit und Glaubwürdigkeit?

Es ist klar, Recht und Moral werden hier mit zweierlei Maß gemessen. Aber vielleicht - ich betone "vielleicht"! - hat unsere Obrigkeit auch nur aus rein pragmatischen Gründen so gehandelt. Die (christlichen) Kirchen waren absehbar ohnehin schon ihrem Ende geweiht, es wäre nicht gut, wenn sie durch den Mitleidseffekt profitieren würden und neuen Auftrieb erhielten. Das Problem mit den christlichen Kirchen - und längerfristig auch mit der jüdischen und moslemischen Religionsgemeinschaft - würde sich somit im Laufe der Zeit so oder so von selbst lösen.

Doch das Problem mit den Nachkriegs - Nazis hätte sich hingegen wahrscheinlich doch nicht von allein in Luft auflösen können, denn es war ja in der Anfangszeit der Bundesrepublik noch nicht sicher, dass der ökonomische Wiederaufbau der Bundesrepublik gelingen wird. Es gab damals Experten, die behaupteten, allein die Beseitiung der Kriegsschäden würde 50 Jahre dauern. Eine auch noch so demokratische Bundesrepublik Deutschland hätte ein ökonomisches und politisches Chaos ebenso wenig verkraften können wie 30 Jahre zuvor die Weimarer Republik. Die Folge wäre eine neue Rechtsdiktatur gewesen, nicht etwa der Kommunismus, da niemand - am allerwenigsten die Sowjetunion selbst - Interesse an einem kommunistischen Großdeutschland gehabt hätte, da es ideologisch und politisch den Rest Europas unterwandert hätte.

So waren dann die berühmt berüchtigten Berufsverbotskampagnen in den 1970er Jahren eine unangemessene hysterische Überreaktion unserer Obrigkeit. Der folgende Sieg des Westens über den Kommunismus war rein ökonomischer Natur, nicht aber in einer überlegenen westlichen Ideologie begründet. Sicherlich gab es in den Ländern des damaligen Ostblocks unter dem Strich weniger persönliche Freiheit für die Bürger, aber solche Einschränkungen dienten eher dem Selbstschutz und Erhalt der kommunistischen Systeme und waren de facto unvermeidlich. Diese Restriktionen wären auch wieder angeschafft worden, hätte der Kommunismus den Kalten Krieg gewonnen.

Der Niedergang des Kommunismus beruht auf seinem ökonomischen Desaster, doch ein ähnliches erleben wir heutzutage auch im Westen. Mehrere südeuropäische Staaten sind bereits zahlungsunfähig und stehen vor dem Staatsbankrott oder kurz davor. Aber auch die Bundesrepublik Deutschland weist trotz ihrer noch starken Volkswirtschaft einen Schuldenstand von 2 Billionen EUR mit ständig wachsender Tendenz auf. Die Obrigkeit versucht mit dilettantischen Mitteln die Probleme zu lösen, mit der Forderung nach immer mehr Wirtschaftswachstum, obgleich jeder weiß, dass es kein unbegrenztes Wachstum gibt. Die einheimische Bevölkerung, vom Arbeitslosen bis hin zum Mittelständler, wird hemmungslos schikaniert, was bereits jetzt zu einer Verarmung ganzer Bevölkerungschichten geführt hat. Andere Gruppen werden unverhältnismäßig hoffiert, reiche Leute, vor allem die Kirchen, und auch Einwanderer, die durch Integration, die eigentlich niemand will, das angeblich aussterbende deutsche Volk vor dem Untergang bewahren sollen.

Die Rechtsradikalen bieten heute ebenso einfache Patentrezepte für die Lösung dieser Probleme. Es ist wohl ein Armutszeugnis unserer Obrigkeit, dass sie dem nichts ideologisch Adäquates entgegenzusetzen vermag denn weitere politische Verfolgungen, bis hin zu Verbotsforderungen. So ist die NPD gleichermaßen verantwortlich - oder auch nicht verantwortlich, egal wie man es auslegen will - für neonazistischen Terrorismus wie etwa die islamische Religionsgemeinschaft für den Terrorismus von Islamisten, etc..

Sowohl rechtsextremistische Gruppen - wobei man die NPD eher noch als relativ harmlos einstufen kann - als auch kirchliche / religiöse Organisationen betreiben die Zersetzung und letztendlich die Zerstörung der zur Zeit noch teilweise bestehenden freiheitlichen Demokratie und - was noch wesentlich schlimmer ist - die Demontage der noch verbliebenen Rechtsstaatlichkeit. Wenn unser Staat davor nicht kapitulieren will, muss er solche Vereinigungen gleich behandeln, ein einseitiges Vorgehen würde die Gefahr für den Erhalt der bis jetzt noch existierende restliche Rechtsstaatlichkeit der Bundesrepublik erheblich vergrößern, von der Frage der historischen Gerechtigkeit einmal ganz abgesehen.

Viele Menschen behaupten nun, zumindest die meisten christlichen Religionen wären heute durch die Aufklärung reformiert und daher auch für die Vermittlung positiver Werte für Staat und Gesellschaft unverzichtbar. Man solle dem Islam dabei helfen, sich ebenfalls zu reformieren, um seine gesamtgesellschatliche Akzeptanz zu erhöhen, denn auch der Islam gehöre zu Deutschland.

Zu Deutschland gehört aber natürlich auch der alte und neue Nazismus, doch eine Reform traut man ihm hingegen nicht zu, obgleich heute viele Neonazis wenigstens durch die sicherlich geschmacklose Leugnung des NS Genozides eine gewisse Distanz gezeigt haben. Aber warum sollte man den Nationalsozialsmus reformieren wollen? Wir brauchen weder einen reformierten noch unreformierten Nazismus, aber die Religionsgemeinschaften und Kirchen brauchen wir ebenso wenig. Religion ist Sache des Einzelnen, ebenso wie seine politische Einstellung.

FAZIT:
Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie Nachfolgeorganisationen der NSDAP müssen gleich behandelt werden. Dem zu Folge muss entweder alles verboten oder alles erlaubt werden. Jetzt kann man natürlich verschiedener Meinung sein, welcher Lösung man den Vorzug geben sollte. Ich persönlich würde dazu tendieren eher alles zu erlauben, womit z. B. in den USA gute Erfahrungen gemacht wurden. Verbote ersetzen nun einmal keine ideologisch inhaltliche Auseinandersetzung, es ist ein absolut schlechter Stil, Kritiker - solange sie friedlich bleiben - zu kriminalisieren oder in die Psychiatrie einzuweisen statt das Gespräch mit ihnen zu suchen.

Beim derzeitigen Stand der Dinge wäre wohl keines von beiden, also weder ein komplettes Verbot der Kirchen / Religionsgemeinschaften und NSDAP - Nachfolgerparteien noch eine Erlaubnis, politisch durchsetzbar. Schade, denn so werden die Probleme nicht gelöst, sondern eskalieren immer weiter...