Beschneidungen verbieten!

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Religiöse Gewalt gegen Kinder ist leider immer noch ein Tabuthema.

Wir beschäftigen uns hier zunächst mit der schlimmsten Form, der Verstümmelung von Gliedmaßen von Kindern.

<<< Ausschnit aus meinem alten Religionsheft, ca 1963/4

Im Moment erleben wir eine Zeit starker religiöser Polarisierung. Die alten christlichen europäischen Volkskirchen haben abgewirtschaftet und sind aus eigener Kraft schon lange nicht mehr lebensfähig. Unsere Gesellschaft ist weitgehend säkularisiert, nur noch eine Minderheit fühlt sich den alten Religionen verbunden, die den Menschen offensichtlich nichts mehr zu bieten haben. Daneben wächst aber das Interesse der Menschen an religiösen Alternativen, Esoterik, Tantra etc.. Gleichzeitig stellt der sich ausbreitende Islam Europa vor neue Herausforderung. Aber auch das (religiöse) jüdische Leben entwickelt sich wieder.
Das stellt uns allen die Frage, wie wir künftig miteinander umgehen sollen. Wir müssen daher bestehende Verhältnisse hinterfragen, wobei eine totale Toleranz genau so schädlich wäre wie Intoleranz.

Was ist der Sinn dieser Initiative für ein Verbot von Beschneidungen? Welche Absichten verfolgt diese Aktion?

Der grundlegende Zweck dieser Initiative ist die Durchsetzung des Rechtes auf religiöse Selbstbestimmung für alle Menschen, Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Kein Mensch wird gefragt, ob er der X - Religionsgemeinschaft oder Kirche angehören will, sondern wird im Regelfall per Kindstaufe oder schon allein durch die Zufälligkeit seiner Geburt dazu gezwungen. Ein späterer evt. Kirchenaustritt wird von den großen Kirchen nicht anerkannt, im islamischen Bereich gar mit der Todesstrafe bedroht.
Dieses Recht wird bis heute von ausnahmslos allen Religionsgemeinschaften ignoriert und den Menschen vorenthalten. Fast immer werden diese Praktiken von der staatlichen Gewalt toleriert, ja in der Regel sogar gefördert.
Die Mitgliedschaft in einer Religiongemeinschaft oder Kirche muß in jedem Fall freiwillig sein, der Betreffende muß das Recht haben auf Wunsch aus dieser Organisation auszutreten ohne Repressalien befürchten zu müssen.
Nun behaupten viele Verfechter der Kindertaufe, den Kindern entstünde ja keinen Schaden, wenn man ihnen bei der Taufe ein wenig Wasser über den Kopf gieße. Wer will, könne ja später wenigstens zivilrechtlich austreten und müsse dann auch nichts zahlen. Ob man nun rein formaljuristisch Kirchenmitglied ist oder nicht - nun gut, das interessiere ja sowieso keinen.
Es mag vielleicht heute so sein, das kann ich nicht mit Sicherheit beurteilen. Allerdings wurden zu meiner Zeit - ich bin Jahrgang 1955 - Kinder in kirchlichen Kindergärten, Schulen und anderen Erziehungseinrichtungen geschlagen, und durch die religiöse Erziehung wurden in ihnen unkontrollierbare Ängste ausgelöst. Doch es ist schwierig, konkrete Nachweise zu erbringen, da ein objektiv prüfbarer Beweis dafür fehlt. Es blieben dann lediglich Schmerzensgeldansprüche nach § 847 BGB übrig.
Wir müssen uns daher zunächst auf ein Verbot von Beschneidungen konzentrieren. Hier ist der Nachweis der Mißhandlung auch noch nach Jahrzehnten eindeutig zu erbringen.
Anschließend wird damit hoffentlich die notwendige Diskussion über die moralischen und rechtlichen Aspekte der Beschneidungen und anderer Verletzungen des Rechts auf religiöse Selbstbestimmung ausgelöst.

Wie sieht die rechtliche Situation aus? Es gibt schließlich kein Gesetz, dass Beschneidungen verbietet.

Allerdings gibt es auch kein Gesetz, dass das Tätowieren oder Piercen von Kleinkindern verbietet. Verboten ist das trotzdem. Wir brauchen nicht für jede Form der Körperverletzung ein spezielles Gesetz, die vorhandenen Gesetze Körperverletzung § 223 ff StGB müssen nur endlich konsequent angewendet werden.
Es besteht ein allgemeiner gesellschaftlicher und juristischer Konsens, dass Kindesmißhandlungen nicht toleriert werden dürfen. Dabei spielt es keine Rolle, aus welchen Gründen der Täter so gehandelt hat: Überforderung durch allgemeine Lebensumstände, Alkohol- Drogensucht, wegen einer psychischen Störung, oder eben auch aus religiösen Gründen.
Die Gründe für die Kindesmißhandlung sind nur relevant für die Beurteilung der Frage, wie man mit dem Täter umzugehen hat. Braucht er etwa eine Psychotherapie oder eine gerichtliche Bestrafung, soll ihm das Sorgerecht für seine Kinder entzogen werden?
Nun versuchen viele betroffene Eltern sich mit der Behauptung, die Beschneidung diene medizinischen Gründen, aus ihrer Verantwortung zu stehlen. Diese Behauptung entpuppt sich jedoch schon rasch als Lüge, weil normalerweise große Familienfeiern zur Beschneidung der Kinder stattfinden. Niemand würde wegen einer medizinisch notwendigen Prozedur feiern.
Aber auch eine medizinische Behandlung gilt rechtlich als Körperverletzung, wenn der Betroffene nicht zugestimmt hat. Die Zustimmung der Eltern setzt aber voraus, dass die medizinische Behandlung zum Wohl ihres Kindes ist.
In der Regel ist das aber nur eine Schutzbehauptung, denn aus medizinischen Gründen sind Beschneidungen nur höchst selten anzuraten, was auch nachprüfbar ist. Im günstigsten Fall wiegen sich die die Vor- und Nachteile einer Beschneidung gegeneinander auf, was ebenfalls nachweisbar ist. Das wäre jedoch keine juristische Rechtfertigung für eine Beschneidung.
Es gilt also die Frage zu klären, ob eine Beschneidung von Kindern aus religiösen Gründen mit der Rechtsordnung (nicht nur) unseres Landes vereinbar ist. Daher ist es nötig, einige Musterprozessen zu führen. Es liegt im Interesse aller Beteiligten, Eltern, Kinder, Ärzten und der Kirche, dass Rechtssicherheit besteht.

Wer übernimmt die Kosten für die Beschneidungen?

Von den Krankenkassen werden die Kosten für eine religiös motivierte Beschneidung nicht übernommen, auch deshalb werden oft "hygienische" Motive von den Eltern vorgeschoben.
Dennoch wird der deutsche Steuerzahler zur Kasse gebeten. Derzeit werden in den Bundesländern Hessen, Schleswig Holstein, Sachsen und Thüringen im Bedarfsfall die Kosten von den Sozialämtern übernommen, die z. T. sogar auch die übliche Familienfeier zur Beschneidung sponsorn. Dazu aus den Thüringischen Verwaltungsvorschriften zum Asylbewerbergesetz: §6 3.1.: „Die Kosten zur Gewährleistung des religiösen Existenzminimums, insbesondere die Kosten der Beschneidung von Muslimen und Juden, sind zu übernehmen.“ Staatlich finanzierte vorsätzliche Körperverletzungen an Kindern gehören demnach nach Auffassung unserer Obrigkeit zum "religiösen Existenzminimum"...

Wie äußern sich Koran, Bibel, Talmud zur Beschneidung?

Für die Beantwortung dieser Frage bin ich nicht qualifiziert und zuständig. Allerdings spielt die Bewertung und Auslegung dieser Publikationen keine Rolle, da ausschließlich das staatliche Recht und die allgemeinen Menschenrechte auschlaggebend sind.

Die Schizophrenie des Religionen: Tätowierungen verboten, Beschneidungen erlaubt

Die Einstellung der Religionen gegenüber dem Thema "Tätowierungen" sind recht ambivalent. Während Tätowierungen für exotische Religionen oftmals ein wichtiges Identifikationsmerkmal sind, werden sie hingegen vom Christentum, Judentum und Islam zumindestest offiziell abgelehnt, weil sie den Körper unumkehrbar verstümmeln und ein Eingriff in den Schöpfungsakt des jeweiligen Gottes wären. Das gilt auch, wenn sich ein erwachsener Mensch freiwillig hat tätowieren lassen. Aus dem Verbot von Tätowierungen müßte sich dem zu Folge auch ein klerikales Verbot von Beschneidungen ergeben...
Dazu Herr Rabbiner Bar Rav Nathan (Quelle: hagalil.com): "Die Tora betont an mehreren Stellen die Wichtigkeit des gesunden Körpers. Jede Art von Beschädigung des eigenen Leibes ist strikt verboten. Der Israelit ist ein Knecht Gottes und ist verpflichtet, allein ihm zu dienen. Zu diesem Zweck muss er auf seine Gesundheit und Unversehrtheit achten."

Beschneidungen verstoßen gegen die Menschenrechtskonventionen der Vereinten Nationen Artikel V: "Verbot der Folter, von grausamer und unmenschlicher Behandlung oder Strafe."

Zwar bezieht sich dieser Titel auf das Gebot für eine menschenwürdige Behandlung von Personen, die verdächtigt oder überführt sind, Straftaten begangen zu haben, auf Kriegsgefangene etc.. Aber es ist nicht nachvollziehbar, dass das Verbot der Folter ausgerechnet für Personen, die nachweislich unschuldig sind, wie etwa neugeborene Kinder, nicht gelten soll. Das würde jeder menschlichen Logik widersprechen und die Menschenrechte ad absurdum führen.

Beschneidungen werden in Europa in der Regel nur von Moslems und religiösen Juden durchgeführt, nicht aber von Christen. Die Forderung für das Verbot von Beschneidungen ist daher rassistisch und antisemitisch.

Wenn wir die notwendige und berechtigte Kritik an Mißständen auch weiterhin den Rechtsradikalen überlassen, dürfen wir uns nachher nicht beschweren, wenn jene neue Symphatisanten und immer mehr politischen Einfluß gewinnen. Die Rechtsradikalen würden am liebsten Juden und Moslems aus Europa vertreiben, das darf aber nicht unser Ziel sein. Es kommt vielmehr darauf an, auf jene Einfluß zu nehmen, damit sie bestimmte Praktiken einstellen, damit ihre Religion für alle vernünftigen Menschen tolerierbar wird. Das muß kein aussichtsloses Unterfangen sein, denn es gibt zumindest in jüdischen Kreisen Ablehnung gegenüber Beschneidungen.
Gegenseitige Toleranz ist eine unabdingbare Vorrausetzung für ein Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Denkungsart, aber Toleranz darf es nicht um jeden Preis geben. Im Moment sind die Bedingungen für Toleranz leider nicht gegeben.

Kritikern fehlt die notwendige Sensibilität für religiöse Gefühle. Beschneidungen sind ein göttliches Gebot, Gottes Befehle stehen nicht zur Disposition und sind ein wesentliches Bestandteil der (jüdischen) Religion. Das ist eine Sache, an der man nicht rütteln darf!

Mit dieser Logik könnte man allerdings auch Auschwitz rechtfertigen. Die Nazis hätten im göttlichen Auftrag gehandelt und wären somit für ihre Handlungen nicht verantwortlich. Religion ist doch wirklich etwas Praktisches, denn irgendeinen von den 800 verschiedenen Göttern wird man diesen Völkermord schon unterschieben können...
Irgendeinen? Rabbiner Ovadja Josef von der israelischen Schas Partei bezeichnete vor einigen Jahren die jüdischen Opfer in Auschwitz als wiedergeborene Sünder, die für ihre Untaten ihrer Vorfahren hätten büssen müssen.

In den USA sind Beschneidungen auch bei Christen weit verbreitet. Es besteht eine breite gesellschaftliche Akzeptanz. Es sind bislang keine Fälle bekannt, wo sich jemand gegen Beschneidungen aufgelehnt hat.

Aber vor 150 Jahren wurde auch die Sklaverei in den USA gesellschaftlich und politisch akzeptiert. Mit diesem Argument könnte man also auch die Wiedereinführung der Sklaverei verlangen.
Doch die USA haben bewiesen, dass ihre Gesellschaft und der Staat dazu in der Lage sind sich weiter zu entwickeln. Man denke nur einmal an die Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen in den 1950ger und 1960ger Jahren, die es vermocht haben den weißen Rassismus und die Apartheid im Lande weitgehend abzuschaffen.
Es gibt jedoch keinen Grund für die US Amerikaner - wie für alle anderen auch - sich mit dem bislang Erreichten zufrieden zu geben. Zur Herstellung der Religionsfreiheit gibt es noch großen Handlungsedarf.
Doch zwischenzeitlich gibt es positive Neuigkeiten aus den USA zu berichten. Eine Bürgerinitiative in San Francisco hat sich gebildet, die ein Gesetz für das Verbot von Beschneidungen auch männlicher Kinder per Volksentscheid einbringen will. Leider hätte dieses Gesetz aber nur Gültigkeit im Raume San Franciscos, und wird vorraussichtlich auf Grund rechtlicher Probleme kaum umsetzbar sein. Hier gibt es nähere Informationen dazu: www.mgmbill.org (nur in englischer Sprache).

Beschneidungen gibt es schon seit vielen Jahrhunderten, sie sind eine alte kulturelle Tradition.

Um so schlimmer, das beweist nur, das akuter Handlungsbedarf besteht. Machen wir uns die Beantwortung dieser Frage doch ganz einfach: Die guten Traditionen bewahren und pflegen wir, und die schlechten schaffen wir ab.

Die jüdischen und moslemischen Eltern sind durch Gebote ihrer Kirchen dazu verpflichtet Beschneidungen durchführen zu lassen.

Das ist richtig, die Eltern und die Ärzte tragen nicht allein die Verantwortung für das Unrecht, das den Kindern angetan wird. Die Kirchen, die solche Handlungen vorschreiben, stehen gleichermaßen in der Verantwortung.
Doch hier ist die rechtliche Situation eindeutig. Wenn eine Organisation ihre Mitglieder dazu anstachelt illegale Handlungen oder Straftaten zu begehen, muß sie als kriminelle Vereinigung angesehen werden. Eine solche Organsiation wäre dann zu verbieten.

Die Forderung nach einem Verbot von Beschneidungen ist ein Angriff auf die Religionsfreiheit!

Wer unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit versucht, Tierquälerei, Kindesmißhandlungen oder gar das Führen von "heiligen" Kriegen zu rechtfertigen, der pervertiert die Religionsfreiheit in ihr Gegenteil.
Die Religionsfreiheit zählt man zu den allgemeinen Menschenrechten, sie soll dem Menschen ermöglichen in Frieden und Freiheit eine Religion seiner Wahl auszuüben ohne dass dabei Zwang anzuwendet wird.
Das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit von Kindern darf dabei nicht angetastet werden. Ein Erwachsener kann hingegen machen, was er will, er darf für seine freie Entscheidung weder bevorzugt noch benachteiligt werden.

ENTSCHÄDIGUNGSANSPRÜCHE GEGEN ISRAEL???

Ein weiteres Beispiel, wie religiös motivierte Beschneidungen "gerechtfertigt" werden sollen:
Viele jüdische und auch moslemische Religionsfunktionäre führen an, die Beschneidung sei ein göttliches Gebot und daher nicht verhandelbar.

Mit dieser Logik könnte man allerdings auch Auschwitz rechtfertigen. Religiöse Juden (und auch andere) müssen sich zwangsläufig die Frage stellen: "Warum hat Gott nicht Auschwitz (und andere Großverbrechen) verhindert?" Als allmächtiger Gott wäre es für ihn schließlich sehr leicht möglich gewesen. Eine der möglichen Antworten auf dies Frage lautet (neben philosphischen Erklärungen): "Gott wollte damit die Juden für ihre Sünden bestrafen!" So etwas behaupten jedenfalls einige ultraorthodoxe Rabbiner. Absurd? Nein, aus religiöser Sicht offensichtlich nicht.
Doch welche Schlußfolgerung könnte man aus solcher Auffassung ziehen? Die Nazis wären für den Völkermord nicht selbst verantwortlich, sondern sie hätten lediglich auf "göttlichem Befehl" gehandelt. Das ist noch absurder? Selbst diesen Unsinn verbreiten einige jüdische Fundamentalisten. Aber uns könnte das nur recht sein. Juden und Israel hätten in den letzten Jahrzehnten Entschädigungen in Milliardenhöhe zu Unrecht erhalten, dieses Geld könnten - und sollten! - wir nun wieder zurückfordern!

Viele Befürworter des Verbotes von Beschneidungen treten aber auf der anderen Seite für ein "Recht auf Abtreibungen" ein. Ist das nicht ein Widerspruch?

Die Begründung, die viele Protagonisten des "Rechts auf Abtreibungen" anführen, ist in der Tat oftmals absurd. Das sexuelle Selbstbestimmungsrecht des Menschen findet dann seine Grenzen, wenn die Interessen dritter Personen oder der Allgemeinheit verletzt werden. In dieser Beziehung gibt es keinen Unterschied zu anderen Freiheitsrechten.
Es ist nun einmal nicht eindeutig zu klären, wann die Existenz eines schutzwürdigen menschlichen Lebens beginnt, ob unmittelbar nach "erfolgreichem Geschlechtsakt" oder erst bei der Entbindung des Kindes oder irgendwann daziwischen.
Dennoch müssen Abtreibungen im Gegensatz zu Beschneidungen toleriert und akzeptiert werden, weil Abtreibungen aus bevölkerungspolitischen Gründen unvermeidlich sind - zumindestens beim jetzigen Stand der Dinge. Es gibt jährlich etwa 50 Millionen Abtreibungen, ein Verzicht darauf würde das Bevölkerungswachstum entsprechend weiter erhöhen und die Existenz der Menschheit akut gefährden.
Ich bedauere es ehrlich, so etwas sagen zu müssen, aber ich will die Realitäten nicht ignorieren: Durch Abtreibungen hat die Allgemeinheit auch massive Vorteile. Abtreibungen sind nur durch präventive Empfängnisverhütung zu verhindern, alle anderen Methoden sind untauglich bis gar schädlich. Hier richtet sich aber mein Vorwurf wieder an die Kirchen und Religionsgemeinschaften, die nebst rassistischen Politikern die notwendige Geburtenkontrolle hintertreiben.
Hingegen sind Beschneidungen nicht nur für die betroffenen Kinder nachteilhaft, sondern auch für die Allgemeinheit, da jeder von uns dafür zahlen muß durch Steuern und durch seine Beiträge an die Krankenversicherung.

Vielen Gegner von Beschneidungen ist das Schicksal der betroffenen Kinder gleichgültig. In Wirklichkeit geht es solchen Leuten doch nur darum, Moslems und religiöse Juden aus Europa zu vertreiben.

Nicht jeder Mensch handelt immer nur aus edlen Motiven, das ist verständlich. Man darf nicht zu viel verlangen. Wer aber glaubt, das Problem lösen zu können, indem man diese religiösen Fanatiker einfach nur irgendwie los wird, handelt sicherlich kurzsichtig und schafft keine Lösung. Das wäre so ähnlich, als wenn man Giftmüll von der einen zur anderen Deponie transportieren würde, Hauptsache, er ist möglichst weit weg vom eigenen Haus.
Auch ich vertrete die Auffassung, dass eine Welt ohne Religionen eine bessere Welt wäre. Doch dieses Ideal könnte man nicht durch die Vertreibung religiöser Menschen erreichen. Wohin sollte man sie auch vertreiben? Auf den Mond?
Die religiösen Menschen würden auf Grund einer Vertreibung nur durch die Mitleidsmasche profitieren, die Religionsgesellschaften würden dadurch sogar gestärkt und ihr Zersetzungsprozeß gelindert. Es gilt daher nur die schlimmsten Perversionen der Religionsfreiheit zu sanktionieren, wozu wir durch die allgemeinen Menschenrechte verpflichtet sind. Ansonsten sollten wir die Religionsgemeinschaften sich selbst überlassen. Sie sind bereits jetzt (wenigstens in Europa) aus eigener Kraft kaum noch überlebensfähig, alles weitere erledigt dann die evolutionäre gesellschaftliche Weiterenticklung bis zum endültigen Exodus von selbst...

Wie sähe die ideale Lösung dieses Problems aus?

Ideal wäre, wenn die Kirchen und Religionsgemeinschaften Einsicht zeigen würden und freiwillig auf derartige Praktiken wie Beschneidungen, Kindertaufen etc. verzichten würden.
Nur, wenn eine solche Bereitschaft in der Realität vorhanden wäre, hätten die Kirchen bereits seit Jahrhunderten Zeit gehabt entsprechend zu handeln.
Die Praxis hat leider gezeigt, dass sich die Kirchen immer nur durch äußeren Druck geändert haben. Andernfalls hätten wir heute immer noch den christlichen Scheiterhaufen.

Die deutsche Justiz hat schon das Schächten von Tieren, also vermeidbare Tierquälerei, mit der Religionsfreiheit für vereinbar erklärt, da die Religionsfreiheit ein höherwertiges Rechtsgut sei.

Man kann sicherlich unterschiedlicher Auffassung sein, ob das Schächten von Tieren, was den Tatbestand einer unnötigen Tierquälerei erfüllt, der freien Religionsausübung unterzuordnen ist.
Es besteht aber immer noch ein Unterschied zwischen der Mißhandluing von Tieren und Kindern. So kinderfeindlich sind wir ja nun auch wieder nicht, dass wir so etwas in einen Topf werfen würden.

Könnte man sich ernsthaft vorstellen, dass die deutsche Justiz tatsächlich einen Moslem wegen einer Beschneidung verurteilt?

Ehrlich gesagt, nein. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass unsere Justiz einen Moslem wegen eines solchen Deliktes verurteilen würde, schon allein aus dem Grund, um nicht ähnliche Prozesse gegen Juden zu provozieren.
Ich halte das für bedauerlich, denn der Schaden hat wieder einmal der Rechtsstaat. Es ist unbestreitbar, dass in der Vergangenheit den Juden viel Unrecht angetan worden ist, besonders aber nicht nur im Dritten Reich. Doch eine bevorzugte Sonderbehandlung für Juden darf es auf keinen Fall geben, das würde nur weiteren Antisemitismus fördern.

Der neueste Stand der Dinge, 1. Juli 2012

Das Landgericht Köln hat in einem Verfahren die Ausführung einer religiös motivierten Beschneidung als rechtswidrig bezeichnet und den Tatbestand einer vorsätzlichen Körperverletzung bejaht (Aktenzeichen 151 Ns 169/11), da das Interesse des Kindes auf körperliche Unversehrtheit Vorrang hat vor religiöser Fremdbestimmung.

Damit wurde zum ersten mal in der Rechtsgeschichte der Menschheit die Strafbarkeit von Beschneidungen an wehrlosen Kindern bestätigt. Zwar wurden die Verursacher nicht bestraft, weil sie sich m. E. zu Recht auf einen unvermeidbaren Verbotsirrtum berufen konnten, aber in könftigen Fällen zieht diese Ausrede nicht mehr.

Welche Konsequenzen wird dieses Urteil haben, dass sich ja formell nur auf diesen konkreten Einzelfall bezieht? Zunächst wurde - was höchst erfreulich ist! - eine umfangreiche öffentliche Diuskussion über dieses (ehemalige) Tabuthema ausgelöst.

Die Funktionäre aller Religionsgemeinschaften protestieren heftig, denn sie siehen ihre Besitzstände und die von ihnen selbst pervertierte Religionsfreiheit gefährdet, denn ein Verbot von Beschneidungen könnte auch anderweitige Verbote der Zwangsislamisierung, Zangschristianisierung etc. auslösen, was ja zumindest der Sinn meiner Aktion ist. Ein Unrechtsbewußtsein der Religionsfunktionäre ist dabei auch nicht ansatzweise zu erkennen, schon gar nicht ein möglicher freiwilliger Verzicht auf derartige Rituale.

Auch unsere "demokratischen" Politiker geraten in helle Aufregung und denken bereits über gesetzliche Neuregelungen nach, die derartige Kindesmisshandlungen künftig ausdrücklich erlauben sollen. Diese Uneinsichtigkeit der weltlichen und religiösen Obrigkeit wird zwangsläufig und unvermeidbar populistischen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit weiter verstärken. Es gibt jedoch keinen Grund für falsches Mitleid mit den Tätern und Protagonisten der Beschneidungen.

Nun gut, es bleibt zunächst abzuwarten, wie sich das Bundesverfassungsgericht, welches sich früh oder später zwangsläufig mit dieser Thematik wird beschäftigen müssen, dazu äußern wird. Wird es einen Sieg für die Rechtsstaatlichkeit geben???

...aber welchen Sinn sollen denn dann die Klagen gegen die betreffenden Ärzte und Eltern haben?

Nun, zunächst einmal geht es darum, die Bevölkerung auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Außerdem gibt es bei den Moslems, die zumindest ich kenne, bis heute kein echtes Unrechtsbewußtsein, dass Beschneidungen etc. Unrecht sind.
Dinge, die nicht ausdrücklich verboten sind, gelten als gesellschaftlich tolerabel, wie zum Beispiel die niederländischen Drogengesetze.
Daneben haben wir in anderen Ländern ja eine andere Situation. Dort können die Juristen urteilen ohne von der traurigen Vergangenheit des Dritten Reiches voreingenommen zu sein.
Neben der strafrechtlichen Relevanz gilt es auch die zivilrechtlichen Aspekte zu beachten. Da ja die Eltern und Ärzte auf Weisung der jeweiligen Kirche gehandelt haben, wäre jene etwa für die Hälfte der Schadensersatzansprüche der Opfer religiöser Gewalt verantwortlich und haftbar. Die Kirchen würden mit einer Welle von Schadensersatzprozessen überschwemmt, was ihre finanzielle Potenz erheblich schwächen wird. Die Kirche kann das nur verhindern, wenn sie Einsicht zeigt und ihr Verhalten ändert.
Was gut und richtig ist, wird sich durchsetzen, egal wer den Anfang macht.

 

...jetzt möchte ich Sie um Ihre Mitarbeit bitten!

Ich suche nun Moslems, religiöse Juden etc. jeglicher Nationalität, die innerhalb der letzten drei Jahre ihr Kind aus religiösen Gründen beschnitten lassen haben, sowie Ärzte, die innerhalb der letzten drei Jahre religiös motivierte Beschneidungen durchgeführt haben, die sich freiwillig für eine Strafanzeige nach § 223 StGB (Körperverletzung) zur Verfügung stellen wollen.
Bitte senden Sie Ihre Zeugenaussage direkt an
mich per Briefpost. Sie können aber auch gegen sich selbst Anzeige erstatten bei dem nächsten Polizeirevier. Bitte informieren Sie mich in jenem Fall über den Ausgang des Ermittlungsverfahrens. Die Ergebnisse werden dann hier anonymisiert veröffentlicht, auf Wunsch auch mit Nennung Ihres Namens.
Leisten Sie damit einen Beitrag zur Klärung dieser gesellschaftlich wichtigen Frage

Ihr Joachim Koßmann

 

Neu am 6. 4. 2014:
Erfahrungsbericht und Lösungsvorschläge eines Betroffenen


 

 "Ich gehöre zu denen, die als Kind aus "medizinischen" Gründen beschnitten wurden, und empfinde daher einen gewaltigen Hass auf die  Beschneidung.

 Als Problem mit dem neuen Gesetz sehe ich, dass es weiterhin legal ist, Jungen aus "medizinischen" Gründen zu beschneiden. AlsBegründung wird von "Medizinern" angegeben, dass es zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Zeugunsunfähigkeit kommen könnte. Die Begründung ist meines Erachtens idiotisch aus folgenden Gründen :

 * Wer zu jung ist, um zeugungsfähig zu sein, dem kann eineVorhautverengung egal sein.

 * Wer zu jung ist um Geschlechtsverkehr zu haben, dem können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr egal sein.

 * Schmerzen sind eine rein hedonistische Sache, und es steht niemanden zu, jemand anderes an seinen Schmerzen zu hindern.

 * Eine Beschneidung lässt sich nicht r ückgängig machen, daher ist im Zweifelsfall den Eingriff zu unterlassen, die Entscheidung, bei der man sich alle Optionen offenhält.


 * Es sind Fälle bekannt, wo Vorhautverengung sich unter Testosterroneinfluss in der späten Pubertät zurückentwickelt.
 
 
 Ich würde daher folgende Rechtslage empfehlen :

 * Beschneidung bei Männern, die unter 14 oder nicht Zeugungsfähig sind soll grundsätzlich verboten werden, ohne jegliche Ausnahmen.

 * Beschneidung bei Männern zwischen 14 und 25 soll nur erlaubt sein, wenn der Patient selbst und sein Vater zustimmt. (Erlaubnis der Mutter soll nicht reichen)

 * Bei "medizinischen" Gründen, muss die Entscheidung von einem männlichen, nichtjüdischen Arzt bestätigt werden.

 * Männer, die sterben dürfen aus religiösen Gründen postmortal beschnitten werden, da es den Religionen im Wesentlichen um das Leben nach dem Tod geht.
 
Die Altersgrenzen ergeben sich daraus, dass mit 14 Religionsmündigkeit und Erlaubnis zum Geschlechtsverkehr eintritt, und mit 25 die Erlaubnis zur Sterilisierung (zur Empfängnisverhütung) eintritt.
 
 Die Erlaubnis des Vaters ergibt sich daraus, dass (ohne sexistisch zu werden) männliche Geschlechtsorgane nun mal eine Thema sind, von dem Frauen keine Ahnung haben. Der Vater sollte sinnvollerweise mit folgendem Algorithmus bestimmt werden :

 * Ist der biologische Vater bekannt und am Leben, so gilt er als Vater.

 * Ansonsten, wenn ein männlicher Erziehungsberechtigter existiert, gilt er als Vater.

 * Ansonsten hat ein männlicher Richter zu entscheiden.

 * Die Person, die die Entscheidung trifft darf nicht transsexuell sein.
 
Die Beschneidung von Leichen klingt zwar etwas absurd, ist aber meines Erachtens ein guter Kompromiss um die Religionen nicht zu sehr zu verärgern. Eine Verärgerung des Islams wäre bei der aktuellen politischen Lage eher ungeschickt."
 
 
Es gehr mir vorallem darum ihnen mitzuteilen, das auch Beschneidung aus nichtreligiösen Gründen ein Problem ist.
"
 

Name und Anschrift des Autoren sind mir bekannt, Joachim Koßmann

 

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