Wie und wo erkläre ich meinen Kirchenaustritt?

Etwas Mühe müssen Sie sich schon machen und Ihr örtliches Standesamt bzw. Amtsgericht aufsuchen. In Baden - Württemberg, in Bayern, in Bremen, in Hamburg, in Mecklenburg - Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen - Anhalt und in Schleswig Holstein wenden Sie sich bitte an Ihr Standesamt, in den anderen Bundesländern ist das Amtsgericht zuständig. Auch gegenüber einem Notar können Sie Ihren Kirchenaustritt erklären, allerdings ist seine Dienstleistung natürlich nicht kostenfrei.
Vergessen Sie bitte nicht Ihren Personalausweis oder Reisepaß.
Einige Tage später erhalten Sie von der Behörde eine Kirchenaustrittsbescheinigung. Gehen Sie damit zum Einwohnermeldeamt und lassen Ihre Lohnsteuerkarte korrigieren. Freiberufler müssen das Finanzamt direkt informieren.


An den Pfarrer Ihrer ehemaligen Kirchengemeinde müssen Sie sich hingegen nicht wenden. Der bekommt ebenfalls Bescheid von der Behörde, normalerweise wird er sich nicht weiter dafür interessieren.
Wie schon erwähnt, wird durch den Kirchenaustritt nach dem bürgerlichen Recht - und nur davon reden wir hier! - die Kirchenmitgliedschaft nicht beendet. Der zivilrechtliche Kirchenaustritt wird von Kirchenrecht nicht anerkannt. Das betroffene Kirchenmitglied wird exkommuniziert. Eine offizielle Mitteilung über die Exkommunikation gibt es nicht, die Exkomunikation erfolgt automatisch. Die Exkommunikation hebt nicht die Kirchenmitgliedschaft auf sondern nur die Zulassung zur Teilnahme an den Sakramenten. Nach der Abschaffung der Scheiterhaufen gilt heute die Exkommunikation als härteste Kirchenstrafe, aber das berührt uns ja ohnehin nicht.

Der vor einer bundesdeutschen Behörde erklärte Kirchenaustritt ist nur rechtskräftig nach dem Zivilrecht der Bundesrepublik Deutschland. ACHTUNG! Planen Sie, in Österreich oder in der Schweiz zu arbeiten bzw. zu leben, müssen Sie dort den Kirchenaustritt noch einmal wiederholen! al erklären!

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