Kirchgeld oder: Ist die Kirche ein Tennisverein?







Ein glückliches Paar wie so viele andere auch:

Sie: Mitglied der evangelischen Kirche, "nur - Hausfrau", ohne eigenes Einkommen.

Er: Konfessionslos, hat ein sehr hohes Einkommen

 

Kirchensteuer: Sie = 0 und Er = 0, ergibt 0 + 0 = 0

Aber der gut verdienende Mann zahlt ja auch schließlich für Kleidung, Essen, Urlaubsreisen und ... und... und... seiner holden Gattin, oder zum Beispiel den Mitgliedsbeitrag für den Tennisverein....

Der gute Ehemann zahlt eigentlich für alles, aber ausgerechnet die Kirche geht leer aus!

Das darf nicht so sein, wettert vor allem die evangelische Kirche: "Ungerecht, wenn der Mann für den Tennisverein der Frau zahlt, dann müssen auch für unseren lieben Gott ein paar Euros drin sein!"

Doch die katholische Kirche ist etwas vorsichtiger nach dem Motto "ein einkommensloses, nichtzahlendes Mitglied ist immer noch besser als gar ein verlorenes Mitglied..."

Doch die Frage, die die evangelische Kirche aufgeworfen hat, ist interessant:

Was ist der Unterschied zwischen der Kirche und einem Tennisverein?

1. Die Mitgliedschaft im Tennisverein ist freiwillig, man hat die Möglichkeit aus dem Verein auszutreten. Die Mitgliedschaft in der Kirche beginnt in der Regel durch die unfreiwillige Kindstaufe, die Kirchen erkennt einen evt. späteren Austritt kirchenrechtlich nicht an. Die Kirchen vertreten also das Prinzip der Zwangsmitgliedschaft.

2. Der Tennisverein erhebt einen Beitrag, die Kirche erhält Kirchensteuern. Ist das Jacke wie Hose? Was ist der Unterschied zwischen einem Beitrag und einer Steuer?
Wer Beiträge zahlt hat Anspruch auf Gegenleistungen - für den Beitrag an den Tennisverein dürfen Sie die Anlagen nutzen -, für eine Steuer haben Sie jedoch keinen Anspruch auf Gegenleistungen. Steuern werden vom Finanzamt eingezogen, Beiträge von anderen Behörden und auch von gewerblichen Institutionen. Steuern sind immer Zwangsabgaben, Beiträge sind hingegen teilweise freiwillig. (Der Beitrag für die Müllabfuhr ist z. B. unfreiwillig).

3. Der Tennisverein ist weltanschaulich neutral, die Kirche nicht. Sie vertritt eine Politik, die den Konfessionslosen schadet. Es ist keinem Konfessionslosen zumutbar, die Religionsausübung einer dritten Person zu finanzieren, auch nicht seiner Ehefrau.

FAZIT:
Die Kirche sollte sich einmal überlegen, ob sie nicht von einem Tennisverein lernen kann: Freiwillige Mitgliedschaft, das heißt auch freiwillige Beiträge. Die Kirche sollte sich um ihre Mitglieder kümmern, wie der Tennisverein es tut. Kein vernünftiger Tennisverein hat etwas gegen Nichtsportler.
Mehr Toleranz = mehr Glaubwürdigkeit = mehr Akzeptanz in der Bevölkerung.
KIRCHE DENKE NACH!
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